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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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,,3ch hoffe, behaupten zu können, baß meine Worte nicht inWiderstreit mit meinen Gedanken stehe»."

Aber Du vergißt die verdammlichen Ketzereien, die er unsbereitet, und überstehst seine Beweggründe. Sicherlich hat dochein Mann, der um einer leichtfertigen Nonne willen also Leib undSeele verkaufen kann, wenig Anspruch an Deine Liebe."

Eine leichte Gluth überflog jetzt Vater Arnolph« Schläfe.

Man hat ihm diese schnöde Leidenschaft zur Last gelegt,"antwortete er,und den Beweis zu führen gesucht, daß dieserEmvörung der niedrige Wunsch zu Grund liege, an den Freuden derWelt Theil zu nehmen; ich glaube übrigens nicht daran und willihm nichts der Art Nachreden."

Bei Gott, Du bist Deines heiligen Amtes würdig, HerrPrior, und ich ehre Deine Mäßigung. Wenn eS unter uns mehrereDeines Gleichen gäbe, so hätten wir Wohl auch eine bessere Nach-barschaft und weniger Einmengung in die Angelegenheiten Anderer.Mit Dir sehe ich wahrhaftig nicht ein, warum er nöthig hatte,die Nonne offen zu werben, denn man kann sich ja eben so gut unterder Kapuze den Vergnügungen des Lebens hingeben, wenn maneinmal von dem Geschicke berufen ist, eine zu tragen."

Der Mönch gab keine Antwort, denn er bemerkte, daß er esmit einem Manne zu thun hatte, welcher unfähig war, seinen Cha-rakter zu begreifen.

Wir wollen nicht mehr hievon sprechen," crwiederte er nacheiner kurzen und peinlichen Pause,sondern lieber Deine eigeneWohlfahrt ins Auge fassen. Dem Vernehmen nach brütest DuArges gegen dieses Heiligthum, Graf Emich. Man sagt Dir nach,Ehrgeiz und Habgier hätten Dich verlockt, Dich zn dem Umstürzeunserer Abtei zu verschwören, damit nichts mehr zwischen DeinerGewalt und dem Throne des Churfürsten stehe."

Es scheint, Du bist geneigt, weit liebloser über Deinen näch-sten Nachbar zu urtheilen, als über jenen Todfeind der Kirche, den