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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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durch unsre ganze fröhliche Pfalz gibt es keine ehrlicheren, lustigerenGesellen ober überhaupt Leute, die ich so sehr nach ihren Verdienstenliebte. Hast Du nichts von ihrem Besuche auf der Hartenburgund von ihren Thaten im Fleische gehört, hochwürdiger Prior?"

Die Stimmung Deines Geistes hat sich schnell umgewandelt,Graf, und ich bedaure dies von Herzen. Ich bin nicht hiehcr ge-kommen, um von den Ausschweifungen, die auf Deiner Veste be-gangen werden, oder von dem Selbstvergessen derjenigen zu hören,welche, obschon sie sich einer besseren Sache geweiht, dennoch ge-zeigt haben, daß sie bloS Menschen sind."

Ja, und zwar so mannhafte Leute, wie nur irgend welcheim Reiche aufgefunden werden können. Mein guter Name ist mirso lieb, wie irgend einem Andern, sonst würde ich Dir die Zahlder Gesöffe nennen, die, wie mein Kellermeister schwört, nicht weni-ger schnell als eben so viele Reisige bei einem Sturme oder einemRückzüge fielen."

Diese Liebe zum Wein ist der Fluch unsres Landes und unsrerZeit. Es wäre mir lieb, wenn dieses hinterlistige Getränk nie wie-der durch die Thors-von Limburg eingeführt würde."

Bei Gottes Gerechtigkeit, hochwürdiger Prior, Du wirst wahr-haftig künftighin einige Verminderung in dieser Einfuhr spüren,"entgegnete Emich lachend,denn die bestrittenen Weinberge habenendlich einen einzigen und zwar einen würdigen Herrn gefunden,obschon ich mir dieses Lob eher von Dir spenden lassen sollte, derDu so oft, kraft Deines Beichtigeramtes, in mein Inneres geschauthast. Ich gebe Dir mein Ritterwort, keine Flasche des Getränkes,das Du so sehr verachtest, soll je wieder Deinem Gaumen Gewaltanthun."

Der Graf warf einen triumphireuden Blick auf den Mönch,denn er erwartete und hoffte auch wahrscheinlich daß sichin dessen Zügen, dem ausgesprochenen MässigkeitSbekenntniffe zumTrotze, doch einige Merkmale von Aerger über die Ankündigung des