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Grafen von Lciningen und manche andere edle Familien der Nach-barschaft hatten sich einer ähnlichen Auszeichnung zu erfreuen ge-habt. Diese verschiedenen Altäre bestanden aus schwarzem Marmormit eingelegten weißen Verzierungen, während auf den Grabsteinendie Wappen der betreffenden Familien angebracht waren. Letzterewaren gesondert von denen in der Hauptkirche und befanden sichin einer Art von Gruft, oder in einer halb unterirdischen Kapelle,die unmittelbar unter dem Chor lag. Dahin lenkte Graf Emichseine Schritte, sobald er die Säule verlassen, an die er sich gelehnthatte, um Pater ArnolphS Rede anzuhören.
Die obere Kirche hatte jene sanfte melancholische Beleuchtung,dis einem gothischen Gebäude eine so eigenthümliche Zierde verleiht.Das Licht fiel durch hohe schmale Fenster von farbigem Glase einund verlieh dem ganzen Inneren einen Ton, in welchem die Ein-bildungskraft sich eine geheimnißvolle^Beziehung zu dem heiligenCharakter des OrteS denken konnte. In der tiefer gelegenen, ab-geschlossenen Gruft wurde dieses Licht noch düsterer und ergreifender.Graf Emich fühlte, als er unten anlangte, diesen Einstuß in hohemGrade; den» nur Wenige traten in dieses feierliche Gewölbe, ohnedie heilige Scheu zu empfinden, welche die ganze Umgebung ein-zuflößen geeignet war. Als er an den Altar kam, der seinereigenen Familie errichtet war, bekreuzte er sich und beugte einKnie vor dem müden, lieblichen Fraucngestchtc, welches die MutterChristi vorstellen sollte. Er hielt sich für allein und sprach ein Ge-bet: denn obgleich Emich von Leiningen ein Mann war, der, so langeer weltlichen Spüiterblicken ausgesetzt blieb, nur selten ernstlich sichmit seinem Gotte benahm, so trug er doch in seinem Herzen einetiefe Ehrfurcht gegen die Macht des Allerhöchsten. Wie er sichwieder erhob, lenkte ein Geräusch in der Nähe seine Bliike bei Seite.
„Ha — Du hier, Herr Prior!" rief er, seine Ueberraschungmöglichst zu verbergen suchend. „Du bist schnell von Deinem StuhleDie Hlidenmauer. 10