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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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Er sprach zwar auch von den Schrecken des Gerichts, aber nichtin drohender Weise, sondern vielmehr im Gefühle des Schmerzes,und wenn er von den überzeugenden und anziehenden Eigenschaftendes Glaubens sprach, entwickelte sich seine Beredsamkeit am feu-rigsten. Abermals fühlte Emich seine geheimen Absichten erschüttert,und das Düster seiner Stirne ging in den milden Strahl des Wohl-wollens und der Theilnahme über. Das Auge des Predigers be-gegnete dem des finstern Grafen, und nun fubr der Mönch, ohnein seinem Benehmen einen beunruhigenden Wechsel eintreten zulasten, gleichsam wie in einem natürlichen Gange der Gedankenfort:So ist die Kirche in ihrer Reinheit, meine Zuhörer, wieganz anders sie sich auch in Folge menschlicher Jrrlhümer, Leiden-schaften oder böslicher Absichten dem oberflächlicheren Blicke dar-stcllen mag. Der Glaube, den ich euch lehre, geht von Gott ausund trägt die heiligen Eigenschaften seines göttlichen Wesens in sich.Wer die Sünden einer mißverstandenen Ausübung desselben etwasAnderem beimißt, als den irrenden Geschöpfen, verfolgt mit seinemHaffe das, was zu seinem eigenen Besten gestiftet wurde, und werGewalt üben will an den Altäre» des Höchsten, erhebt seine Handgegen ein Werk der Allmacht!»

Diese Worte klangen noch in den Ohren Emichs von Har-tenburg, als er sich abwandte und gedankenvoll durch die Kirchehinaufging. __

Neuntes Kapitel.

»Japhet, ich kann Dir nichts erwiedcrn.»

Byron.

die Abtei Limburg verdankte ihre Gründung und ihre reichenEinkünfte hauptsächlich der Gunst eines deutschen Kaisers. Diesemmächtigen Besitzer war ein besonderer Altar geweiht und ein pracht-volles, kunstreich gearbeitetes Grabmal errichtet worden. Auch die