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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Kanzel als Stützpunkt diente, und legte seine Theilnahme an denSchilderungen von Noch und Verlassenheit, die der Prediger vor-trug , an den Tag.

Die scharfe, zürnende und Verdamniniß ankündigende Rededes Pater Johann war bald zu Ende, und sobald er wieder inden Chor eingctreten war, stand der Abt auf, um sich in Beglei-tung der meisten Ordensmitglieder nach den Kreuzgängen zurückzu-ziehen. Aber weder der Gras von Hartenburg noch jemand ausseinem Gefolge schien die Kirche schon so bald verlassen zu wollen,und ein Ausdruck der Erwartung hielt auch die Meisten von denen,die sich im Kirchenschiffe befanden, zurück. Ein Mönch, auf densich viele verlangende Augen hefteten, gab dem allgemeinen rüh-renden Aufruf Folge, verließ seinen Stuhl, der einen Ehrenpostenbezeichncte, und nahm auf der Kanzel die Stelle des abgetretenenPater Johann ein.

Kaum war dies geschehen, als ein Gemurmel unter dem Volkeden Namen des Pater Arnolph, des Priors oder des unmittelbarengeistlichen Vorstandes der Gemeinde, durch die Kirche trug. Emichstand auf und trat, von seinen Freunden begleitet, in die Nähe derKanzel, während die dichte Masse erhobener aufmerksamer Gesichter,welche den mittleren Gang füllten, die gespannte Aufmerksamkeitder Versammlung bekundete. In dem Antlitze des Pater Arnolphlag ein Ausdruck, welcher diese einfache Aeußerung von Theilnahmewohl zu rechtfertigen im Stande war. Sein Auge strahlte Mildeund Wohlwollen, seine Stirne war weit, ruhig und eben, und inseinem ganzen Gesichte spiegelte sich herzengewinnendc Menschen-liebe. Der Eindruck, den diese ansprechende Erscheinung übte,wurde noch erhöht durch das unverkennbare Gepräge strenger Zucht,eines denkenden Geistes und demüthiger Hoffnung.

Die geistliche Seite eines solchen Mannes konnte das Aeußeredesselben nicht wohl Lügen strafen. Seine Lehre war wie die desgöttlichen Wesens, welchem er diente, voll Erbarmen und Liebe.