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weder die Einbildungskraft anzieht, noch auf die Gefühle Einfluß übt,während sie zugleich die Vernunft nicht gehörig überzeugt; indem mandaher alle die Mittel aufgab, welche auf das Gemüth einwirke» sollten,überließ man zuviel dem nackten Dogma eines abgegrenzteu Glaubens.
Emich von Hartenburg nahm allmählig seine abstoßende Mienewieder an, und die Wirkung alles dessen, was er eben erst empfun-den, verlor sich in kalter Gleichgültigkeit gegen das ihm unver-ständliche Latein. Sogar der junge Berchthold suchte Metas Augeweniger sehnsüchtig, und die beiden Begleiter des Grafen, derJohanniter und Monsieur Latouche blickten theilnahmloS nach demGedränge hinter dem Chorgitter. In dieser Weise begann unvendigte das Hochamt. Es wurde nun abermals ein Hymnus ge-sungen, aber die Musik übte nicht mehr den ergreifenden Eindruckeiner ersten Neberraschung.
An einer Säule, nahezu im Mittelpunkt der Kirche, war dieKanzel angebracht. Nach dem Schluffe der Messe erhob sich einMönch aus seinem Stuhle, ging durch das Gedränge und stieg dieKanzeltreppen hinan. Der Prediger war Pater Johann, ein Bruder,der wegen seines Glaubenseifers und seiner strengen Ansichten imRufe stand. Die niedrige, zurücktretende Stirne, die ruhigen,gläsernen Augen und die Starrheit seiner untern GestchtSzüge würdeneinen Physiognomen schnell überzeugt haben, daß er hier einen be-schränkten Schwärmer vor sich sehe. Die Sprache und die Ansichtendes Predigers traten nicht in Widerspruch mit den Erwartungen,welche seine Außenseite weckte. Er schilderte in starker, unheilver-kündender Rede die Gefahren des Sünders, schmälerte die Hürdeder Begnadigten mit zweifelhaften metaphysischen Begrenzungen, undsuchte häufig ans die Furcht oder andere, weniger edle Leidenschaftenseiner Zuhörer einzuwirken. Während die größere Anzahl der Kirchen-besucher sich fern hielt und nur gleichgültig zuhörte, oder die Grab-mähler und die übrigen reichen Verzierungen betrachtete, schaartesich ein Häuflein verwandter Geister um die Säule, welche der