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mitanhörcn mußte, um sie zu verstehen, und es gab Augenblicke,in welchen die volle, vereinigte Musik der Instrumente in dem Zu-sammenwirken von hundert menschlichen Kehlen erstickt zu werdenschien. Einer der tiefsten dieser feierlichen Accorde ging mit einem-male in eine Weise über, bei deren erstem Tone alle übrige Musikverstummte. Es war eine einzelne Stimme von einer Verschmel-zung männlicher und weiblicher Töne, die fast übernatürlich zu seyuschien — ein Contra-Alt von großem Umfang und der lieblichstenRundung. Graf Emich war betroffen, denn die Himmclsklänge,welche so plötzlich an sein Ohr schlugen, schienen in dem Gewölbeüber dem Chor zu schwimmen — eine Täuschung, der er sich währenddes ganzen Solos nicht entschlagen konnte, da der Sänger verborgenstand. Er ließ seinen Schwerdtgriff loS und blickte, zum ersten-mal? diesen Morgen, mit einem Ausdrucke menschlichen Wohlwollensumher. Die Lippen des jungen BerchtholdS öffneten sich voll Be-wunderung, und da er zu gleicher Zeit dem blauen Auge MetaSbegegnete, tauschte das Pärchen gegenseitig in stillen, heimlichenBlicken die süßesten Gefühle des Innern aus. Mittlerweile nahmder Gesang seinen Fortgang. Die einzelne überirdische Stimme, welchedie Gemüther der Zuhörer so sehr aufgeregt hatte, verstummte,und ein voller Männerchor schloß die Hymne.
Der Graf von Leiningen athmete so tief auf, daß BonifaciuSes hörte. Die Züge des Letzter» milderten sich ein wenig, undwie bei jenem jugendlichen Paare, schien der Geist der Eintrachtdie Gemüther der beiden trotzigen Nebenbuhler zu sänstigen. Jetztbegann das Hochamt; die rasche Aussprache des Opferpriestersjedoch, Bewegungen, die durch ihre Unbestimmtheit an Bedeutungverloren, und Gebete in einer Sprache, die ihres Zweckes verfehlte,weil sie den Gedanken unverständlich machte, statt ihn edel undklar zu entwickeln — alles dieß vereinigte sich, um die Wirkungder Musik zu schwächen. Die Gottesverehrung verliert ihren erheben-den Charakier, wenn man sie zu einer Sache des Geschäfts macht, die