keine Spur der kürzlich erlittenen Niederlage entdecken können. SeineMuskeln halten bereits wieder den gewohnten Ton angenommen,und sein ganzes Gesicht verrieth nur die ernste Würde des Kirchen-fürsten, eine Eigenschaft, die sich deutlicher an ihm aussprach, alsdie Merkmale eines entsagenden, beschaulichen Lebens. Er warf demSieger einen Blick zu und benahm sich sodann durch ein geheimesZeichen mit einem Laienbruder. In diesem Augenblicke beganndie Messe.
Von alle» Nationen der Christenheit steht die der amerikanischenUnion, sofern die Anzahl in Frage kömmt, mit der römischen Kircheam allerwenigsten in Verbindung. Der eigenlhümlich religiöseUrsprung des Volkes, der Umstand, daß es an Prüfung und an geistigeUnabhängigkeit gewöhnt ist, desgleichen seine Vorurtheile (denn derProtestant ist von diesen Gebrechen ebenso wenig frei als der Ka-tholik) werden es auch wahrscheinlich noch lange fern von jederkirchlichen oder staatliche» Politik halten, welche Glauben ohne For-schung, oder Gehorsam ohne das Recht der Gegenrede fordert. DieAnsicht ist zwar auf der andern Hemisphäre emsig auSgestreut wor-den, als werde in dieser Beziehung von thätigen Agenten auf einerasche Umwandlung hingearbeitet, und eine mächtige Partei ver-spricht sich große kirchliche und politische Umwandelungen aus derRückkehr der amerikanischen Nation zu den Ansichten ihrer Vorfah-ren im Mittelalter. Wäre dies übrigens auch der Fall, so würdenwir uns darum wenig Sorge machen, weil wir das Heil nicht für dasausschließliche Eigenthum irgend einer Sekte halten, und wenn wirBefürchtungen über die Folgen einer derartigen Umwandlung hegten,so entsprängen sie gewiß nicht auö der zufälligen Anhäufung vonEinwanderern in größeren Städten oder bei den öffentlichen Arbeiten,mit denen Amerika so lhatkrästtg beschäftigt ist. Jedenfalls aberglauben wir mit Zuversichtlichkeit behaupten zu dürfen, daß auf eineneinzigen geborenen Protestanten, der in Amerika katholisch wird,zehn katholische Einwanderer kommen, welche ruhig in die Reihen