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die Vcrheirathung mit einer kleinen Erbin und sein spätere« Auf-kommen im Leben hatten allmählig eine Gesinnung in ihm erzeugt,die mehr im Einklänge mit seinem persönlichen Interesse, als miteiner philosophischen oder christlichen Weltanschauung stand. Erglaubte steif und fest an den Grundsatz, daß nur der Reiche zurei-chenden Antheil an dem Wohl der Gesellschaft nehme, um mit derLeitung derselben betraut werden zu können, obschon ihm sein eigenesGefühl die Sophisiik dieses Satzes hätte enthüllen können, sintemaler selbst täglich zwischen den entgegengesetztesten Principien hin undher schwankte, je nachdem sie gerade seine eigenen Angelegenheitenberührten oder nicht. Heinrich Frei war gegen den Bettler eben sofreigebig, wie gegen den Fleißigen; wenn sich'S aber darum handelte,in dem Loose des einen oder des andern eine ernstliche Verbesserungeinzusühren, so schüttelte er in der geheimnißvollen Weise einesgründlichen Politikers den Kopf und ließ wohlweise Bemerkungenüber die Grundlagen der Gesellschaft, die nur im System der Erhal-tung des Bestehenden zu finden sehen, laut werden. Kurz, er lebte ineiner Periode, in welcher Deutschland, überhaupt die ganze Christenheitzu sehr durch eine Frage in Anspruch genommen wurde, die nichtnur eine bedeutende Umwandlung in den bisherigen Religionsformen,sondern auch den Umsturz verschiedener anderer hergebrachter Inter-essen in Aussicht stellte, und man konnte ihn, so weit sein Wirkungs-kreis reichte, das Haupt der konservativen Partei nennen. DieseEigenschaften, in Vereinigung mit seinem bekannten Reichthum, derRuf hoher Rechtschaffenheit, welcher sich auf den Glauben gründete,daß er im Stande sey, ein allenfallsigcS pekuniäres Unrecht wieder gutzu machen, ein starrsinniges Festhalten an seinen Ansichten, welchesvon der großen Masse als die Beharrlichkeit eines biedern Charak-ters betrachtet wurde, und eine entschiedene Furchtlosigkeit in seinenEntscheidungen allen denen gegenüber, welche nicht die Mittel be-saßen, seine Beschlüsse anzufechten — hatten ihn zu dem Ehrenposteneines ersten Bürgermeisters von Dürkheim erhoben.