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Limburg ein Zwischenspiel entspann. So verstrichen etliche Minuten,bis endlich ein schmetternder Trompetenstoß die Meldung that, dasBankett harre seiner Gäste. Diener leuchteten der Gesellschaft nachder Halle, in welcher die Tasel gedeckt stand, und unter vielenCeremonien wurde jedem Einzelnen der Platz angewiesen, der seinemRange und Charakter entsprach. Gras Emich, der in der Regelviel zu finster und derb war, um sich viel mit überflüsfigen Höf-lichkeiten zu bemühen, bot nun Allem auf, seinen Gästen zu ge-fallen, denn es lag ihm etwas schwer auf dem Herzen, und erwußte wohl, daß er in Gefahr stand, durch die schlauen Kunst-griffe der Mönche überlistet zu werden. Während der Vorberei-tungen zu dem Festmahle, in welchem sich die ganze verschwenderischeGastfreundschaft aussprach, die derartige Belustigungen zu bezeichnenpflegte, versäumte er auch nicht einen der herkömmlichen Bräuche.Er sorgte eifrig für den Becher, wie für den Teller des beleibtenund genußsüchtigen Abts, während Albrecht von Viederbach undMonsieur Latouche den untergeordneten Mönchen dieselbe Auf-merksamkeit erwiesen; denn obgleich es der Bequemlichkeit des Abbezusagte, unter der Hülle eines Kirchendieners durch'S Leben zuwandeln, ließ er sich doch bei Festmahl und Zechgelage nie schlechtfinden. Als jedoch die Speisen und die edlen Weine auf die phy-sischen Funktionen der Brüder zu wirken begannen, ließen sie all«mählig ihre Masken fallen und enthüllten nachgerade immer mehrvon jenen natürlichen Eigenschaften, welche in der Regel einergelegentlichen Beobachtung entgehen.
Gastfreundschaft war eine Ordensregel der Bcncdictiner. DerWanderer fand die Klosterthüre stets für ihn offen, und wer sichum Obdach und Imbiß an die Brüderschaft wandte, durfte daraufzählen, beides so ziemlich in derselben Weise zu erhalten, an die erdurch seine äußeren Verhältnisse gewöhnt war. Diese Ausübung einerso kostspieligen Tugend gab einen zureichenden Vorwand für Auf-häufung von Schätzen ab, und wer heutzutage durch Europa reist.