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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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die Herrschaft in dein edlen Schlosse Heidelberg anmaßen. HastDn nichts von seinen kürzlichen Unfällen und von den Bedräng-nissen gehört, die auf seinem Hause lasten?"

Wir haben in allen unfern Kapellen Messen für ihn gelesenund lassen stündlich Gebete abhalten, damit der Himmel ihm Siegüber seine Feinde verleihe. Auch benützen wir eine Vergünstigung,die uns unser gemeinschaftlicher Vater in Nom ertheilte, dahin, umallen denen, welche für ihn zu den Waffen greifen, reichlichen Ab-laß zu spenden."

Du hängst mit vieler Liebe an dem Churfürsten Friedrich,heiliger Prälat," murmelte Emich.

Wir erweisen ihm die Achtung, welche jeder Ordensmanngerne dem kräftigen weltlichen Arme zollt, der ihn schützt; zueiner weiter gehenden Treue aber stnv wir nur dem Himmel ver-pflichtet. Wie kommt es übrigens, daß ein so tapferer Ritter, derwegen seiner kriegerischen Tugenden in so hoher Achtung steht undbekanntermaßen vor keiner Gefahr zurückbebt, zu einer Zeit, inwelcher der Thron seines Fürsten zusammen zu brechen droht, imWamse sich ausruht? Wie wir hören, hast Du Deine Leute auf-geboten, Herr Graf, und wir nehmen an, daß es im Interesse desChurfürsten geschehen sey."

Friedrich hat mir in der letzten Zeit nicht Ursache gegeben,ihn zu lieben. Meine Vasallen berief ich um mich, weil die Zeitenjeden Adeligen wohl ermahnen können, seine Rechte in Acht zunehmen. Ich habe in letzter Zeit so viel in der Gesellschaft meinesVetters von Viederbach, dieses selbstverläugnenden Johanniters,gelebt, daß sich kriegerische Gedanken sogar dem Gehirne eines sofriedlichen Haushammels aufdrangen, als Dein sündiger, armerNachbar ist."

Der Abt verbeugte sich lächelnd, wie ein Mann, welcher denWorten eines Anderen vollen Glauben schenkt, während sich unterdem unsteten, obdachlosen Ritter, dem Abbe und den Brüdern von

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