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erkünstelte Höflichkeitsaustausch, welcher in jenem halbbarbari-schen und treulosen Jahrhundert, wenn eS die Erfüllung gewisserZwecke galt, oft zu einem herzlosen und gotteslästerlichen Spielenmit den heiligsten Verpflichtungen Anlaß gab, — zu einem Spiele,das zwar in unseren Tagen vielleicht zu einer abgemesseneren Täu-schung auSgeartet seyn mag, aber deshalb Wohl kaum weniger tückischund sündig ist. Man sprach viel von der wechselseitigen Freude, beidiesem Anlaß Gedanken auStauschen zu können, und die plumpenBetheuerungen des derben, aber doch ränkevollen Ritters fanden inder anspruchsvollen Heiligkeit und in der huldvollen AmlSmiene desPriesters reichliche Erwiederung.
Der Abt von Limburg und seine Gefährten waren zu dembeabsichtigten Festmahle in einer Kleidung erschienen, welche theil-weise ihren Stand verbarg; sobald aber die Mäntel und die übrigenObergewänder abgelegt waren, standen sie in der gewöhnlichenTracht ihres Ordens da, wobei sich der Prälat von seinen Unter-gebenen nur durch jene Abzeichen kirchlichen Ranges unterschied,welche hochgestellte Kirchendiener zu tragen pflegten, wenn sienicht eben im Dienste des Altars begriffen waren.
Sobald sich's die Gäste bequem gemacht hatten, nahm dieUnterhaltung eine weniger persönliche Richtung;'denn obschon Emichvon Hartenburg in Beziehung auf das meiste von dem, was manin den Tagen unser Büchercultur Gesittung nennt, so roh und un-bändig war, wie sein Schlachtroß, so ließ er es doch nicht anjener Höflichkeit fehlen, die seinem Range ziemte, um so weniger,da man in jenem Striche dergleichen Artigkeiten als das passendsteZubehör eines Lehensherrn betrachtete.
„Es heißt, hochwürdiger Abt," fuhr der Wirth fort, indemer dem Gespräche eine Wendung gab, welche seine eigenen ge-heimen Absichten begünstigen konnte, „daß unser gemeinschaftlicherHerr, der Chursürst, schwer von seinen Feinden bedrängt werde,und man trägt sich sogar mit der Besorgniß, ein Fremder möchte sich