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Folge hatten. Zwar waren Tausende von denen, welche ihr Lebendem Dienste des Altars geweiht hatten, gewiß ihres heiligenAmtes eben so würdig, als eS der Mensch in Betracht seinergebrechlichen Natur nur werden kann; aber Tausende hatten da-gegen die Tonsur, die Kutte oder andere Sinnbilder kirchlicherWürde nur deßhalb angenommen, um sich der Vorrechte und derBehaglichkeit zu erfreuen, welche ihnen der geistliche Stand bot.Das lange Zeit fast unbestrittene Monopol der Wissenschaften, derEinfluß, welchen sie einer natürlichen Verbindung von geistlicherund weltlicher Macht verdankten, und die abhängige Lage desöffentlichen Geistes, welche nothwendig daraus hervorging, verleitetealle diejenigen, welche nach geistiger Auszeichnung rangen, diesenbetretensten und deßhalb sichersten Pfad zu Macht und Anseheneinzuschlagen.. Wir erblicken nicht allein in dem Christenthum, wiecS zu Luthers Zeiten bestand, die Beispiele jenes verderblichen Ein-flusses, welchen geistliche und weltliche Autorität in ihrer wechsel-seitigen menschlichen Vermengung üben; denn handle sich'S umChristen oder Muhamedaner, Katholiken oder Protestanten, soliegt das Nebel jedenfalls in der Grundschwäche unseres Wesens,die-den Starken verlockt, den Schwachen zu unterdrücken, und denGewaltigen so leicht zum Mißbrauch des ihm geschenkten Ver-trauens veranlaßt. Gegen diesen Mangel scheint eS durchaus keineandere Sicherheit zu geben, als die Aussicht auf eine nachdrücklicheund unumgängliche RechenschaftSabforderung. So lange die strengeSittlichkeit, welche die christliche Religion von ihren Dienern fordert,nicht durch eine grobe Beimischung weltlichen Ansehens oder welt-licher Vortheile verderbt ist, darf man mit Grund annehmen, daßder Altar wenigstens einer ernstlichen Befleckung entgehen könne;aber kaum hat man diesen gefährlichen Feinden Zutritt zum Heilig-thum gestattet, so stürzen auch sogleich tausend von wilden Leiden-schaften entflammte Geister in den Tempel, um unter der Maske desGlaubens nur nach zeitlichen und greifbaren Belohnungen zu trachten.