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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Erziehung wenig im Zaume gehalten wird. Sie achtete sorgfältigdarauf, bis Emichs Auge wieder auf den Boden gerichtet war, warfdann schmollend ihr Köpfchen in die Höhe und entfernte sich ausdem Zimmer. Sobald der Graf wieder sich selbst überlassen war,versank er aufs Neue in seine Träumerei, und so entschwandenmehrere Minuten unbeachtet.

Mein edler Emich, träumst Du schon wieder, wie gewöhnlich, vonSturmleitern und Bannstrahlen?" rief eine heitere Stimme an seinerSeite, deren Inhaber unbemerkt in de» Saal getreten war,von rach-süchtigen Priestern, von Vasallendienst, von glatzköpfigen Aebten, vonBeichtstühlen und schwerer Buße, von wieder errungenen Rechten,von dem düstern Conclave, vom Abtei-Keller, von Deiner Pickelhaube,von Rache und um Alles in ein Wort zusammenzukassen, das jedeTodsünde in sich begreift von jenem gefallenen Engel, dem Teufel?"

Emich zwang sich bei dieser uncercmoniöscn und nachdrücklichenBegrüßung zu einem herben Lächeln, nahm jedoch die Hand desSprechers mit der sreimüthigen Offenheit eines munteren Gesellenentgegen.

Du bist mir von Herzen willkommen, Albrecht," versetzte er,denn der Augenblick der Ankunft meiner geistlichen Gäste ist nahe.Offen gesprochen, es ist mir bei einem Wortgefechte mit diesenscheinheiligen Schurken nie ganz wohl zu Muthe; indessen wirddeine Unterstützung zureichcn, und wenn sich uns die ganze Brüder-schaft der Abtei gegenüber stellen sollte."

Der Tausend, wir sind ja verwandt mit einander, wir Söhnedes heiligen Johannes und diese Bastarde des heiligen Benedict.Obgleich kriegerischer, als die Mönche auf dem Berge da drüben, sindwir auf unserer Insel doch für eben so viele Tugenden in Pflichtengenommen. Laß einmal sehen," fügteer bei, indem er mit der Mienefrecher Dreistigkeit an den Fingern zählte.Erstlich haben wir dasGelübde der Ehelosigkeit abgelegt wie die Benediktiner; ferner habenwir uns der Keuschheit ergeben, und das Gleiche ist bei den Lim-

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