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meine Leute — mögen sie nun Krüppel sein oder nicht — eifrigauf der Lauer?"
„Sie thun, was ihnen Natur oder Laune eingibt. Die gebe-nebeite heilige Ursula allein weiß, wo die Knappen eine so unge-schlachte Bande, wie die ist, welche jetzt die Hartenburg bewohnt,aufgctrieben haben. Der Eine beginnt zu zechen, sobald er Mor-gens die Augen ausschlägt, und macht fort, bis er sie Abends wiederschließt. Ein Anderer flucht schlimmer als die nordischen KriegS-knechte, welche die Pfalz verwüsten; dem Einen kommen nichts alsdie schnödesten Zoten über die Lippen, nnd der Andere ist ein soschlimmer Vielfraß, daß er nie die seinigen bewegt, ohne zu schlucken.Kein Einziger ist unter allen diesen Poltronen, der ein höflichesWort für eine Jungfrau hätte, obschon sie von ihr wissen, daß siein dem Haushalte ihres Gebieters sehr geschätzt wird."
„Es sind meine Vasallen, Mädchen, und so mannhafte Leute,wie sie in der Stunde der Noth ganz Deutschland nicht wiederbietet."
„Ja, mannhaft, wenn man sie sprechen hört, aber man stehtihnen die Unverschämtheit schon von weitem an, Herr Graf. Füralle sittsamen Personen in der Burg könnte es keine abscheulichereGesellschaft geben."
„Die Nachsicht, welche Dir deine Gebieterin geschenkt hat,läßt dich bisweilen die Klugheit vergessen, Mädchen. Geh' undlaß meinen Gästen mittheilen, daß die Stunde des Banketts zurHand sep; ich erwarte das Vergnügen ihrer Anwesenheit."
Gisela, deren natürlicher Vorwitz durch eine nachsichtige Ge-bieterin etwas verstärkt worden war, und in der das Bewußtseinvon mehr Schönheit, als gewöhnlich Mädchen ihres Standes zuTheil wird, die Freiheit der Rede bisweilen zur Unbesonnenheitsteigerte, bekundete ihre Unzufriedenheit über diesen Auftrag in einerWeise, wie man sie bei ihrem Geschlechts häufig genug findet,wenn es der Zucht entbehrt oder durch den Zwang einer heilsamen