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lesen kann; und da ihm die Natur eine kräftige Gestalt, eine eherneConstitution und einen Geist verliehen hatte, dessen Gleichgültigkeitgegen physische Leiden sich zuweilen bis zur Grausamkeit steigerte, sobrachte er sich in seinem wilden Gewerbe weit besser vorwärts, alsmancher bleiche fleißige Student in der Pflege der Wissenschaften.
Der in tiefes Brüten versenkte Gras erhob kaum seine Blickevon dem eichenen Fußboden, während ein Diener um den andernerschien und sich nur leichten Trittes in die Nähe eines Manneswagte, den sie alle fürchteten und doch zugleich in hohem Gradeliebten. Endlich glitt auch ein Mädchen, das mit einer der kleinenObliegenheiten ihres Geschlechtes beschäftigt war, vor seinen halbträumerischen Blicken dahin. Die Jugend, die rosigen Wangen, dieneckische Haltung, der zierlich- Haarputz, das knappe Leibchen unddie reichen Falten des weiten Gewandes schienen endlich seinem Augedie Gestalt der Dirne zu vergegenwärtigen.
„Bist Du es, Gisela?" begann er in dem milden Tone, inwelchem man eine Lieblingsdienerin anzurcden pflegt. „Wie gehtes dem ehrlichen Karl?"
„Danke schön, Herr Graf — Euer alter und verwundeterDiener hat im Augenblicks weniger Plage, als gewöhnlich sein Loosist. Das Glied, das er in dem Dienste des Hauses von Leiningenverlor —"
„Kömmst Du mir schon wieder mit dem Beine, Mädchen?Warum denn auch stets bei diesem Unfälle Deines Vaters verweilen?"
„Wenn der Herr Graf ein Glied auf dem Wahlplatze liegenließe, so dürste er es wohl vermissen, wenn man ihn zur Eile auf-forderte."
„Meinst Du, Kind, meine Zunge würde dann den Kaiser nie an-reden können, ohne den Schaden namhaft zu machen? Geh, Gisela;Du bist eine berechnende Here und versäumst selten die Gelegenheit,aus diesen wachsenden Schatz Deiner Familie anzuspielen. Sind