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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Hartenburg, und es mag auch in eurem beiderseitigen Wesen einUnterschied statlfinden ja ich bin sogar überzeugt, daß dies der Fallist; denn Du bist nicht von der Art, daß Du die Bewunderungeines jeden vorübergehenden Ritters suchst, sondern eine Jungfrau,welche ihren Werth und die ihr gebührende Achtung kennt. Aller-dings muß ich sagen, daß Du unserer Burgschönheit gewissermaßenUnrecht gelhan hast; aber dennoch mochte ich Dich nie mit ihr ver-gleichen, mag es sich nun um die Vorzüge des Körpers oder deSGeistes handeln. Wenn sie schon ist, so bist Du noch viel schöner,und hat sie Verstand, so kann man Dich weise nennen."

Berchthold, Du mußt mich nicht mißverstehen, indem Duglaubst, ich habe der Tochter des BurgwärtelS etwas Ungebührlicheszur Last legen wollen. Ich weiß, daß das Mädchen verständig ist,und will noch außerdem gerne zugeben, daß eine Person, welcher dasGeschick die herbe Lage der Dienstbarkeit angewiesen hat, es nichtleicht finden wird, stets das zu scyn, was man von ihrem Geschlechtund ihren Jahren wünschen könnte. Ich glaube sogar, Gisela würde,wenn das Glück und die Gelegenheit cs gestatteten, ihrer Erziehungund ihrem Aeußcren keine Unehre machen, denn man kann wohlsagen, daß Beides sie einigermaßen über ihren Stand erhebt."

Und Du sagtest, Deine Mutter wisse von diesem Besuche beidem Einficdler?"

Allerdings. Meine Mutter hat nie etwas dagegen einzuwen-den, wenn ihre Tochter der Kirche oder den Dienern derselben Ehr-furcht zollt."

Davon bin ich überzeugt. Du gehörst unter die eifrigstenKirchengängerinncn der Abtei, Meta."

Bin ich nicht eine Christin, und möchtest Du wohl haben, daßeine Jungfrau ihre religiösen Pflichten verabsäumte?"

Nein, gewiß nicht; aber unsere Jäger erzählen sich, daß inletzter Zeit der Prior vorzugsweise seinem jungen Neffen, dem BruderHugo die Obliegenheit übertrage, die Gewissen der Reuigen zu be-