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„Man sagt, eine pslichtgetreue Tochter gebe stets eine vortreff-liche und gehorsame Ehefrau."
„Desto besser für den, welcher einmal das Kind des altenFriedrich heiniführt. Ich habe selbst mit angesehen, wie ste, wenndie Evelkeute länger als gewöhnlich im Walde verweilten, bis tiefin die Nacht hinein die Thore bewachte, damit ihrem Vater seineRuhe nicht verkümmert werde; ja, und es waren schleppende Stun-den— die meisten ihres Alters und Geschlechts würden alle erdenk-lichen Entschuldigungen aufgeboten haben, um in ihren Kiffen bleibenzu können. Ich bin oft hievon Zeuge gewesen, da ich vermögemeines Amtes den Grafen meist auf seinen Jagden zu begleitenhabe. Daß Gisela schön ist, wird ihr Niemand absprechen wollen,und es mag wohl unter ihre übrigen Eigenschaften auch die gehö-ren, daß sie darum weiß."
„Sie scheint nicht die Einzige auf Deiner Hartenburg zu sehn,welche dieser Thatsache sich bewußt ist, Meister Berchthold."
„Meinst Du vielleicht den schlemmerischen Pariser Abbe oderden geschworenen Krieger-Mönch von Nhodus, die sich jetzt in demSchlosse aufhalten?" fragte der junge Förster mit einer Einfalt,die durch ihre offene Natürlichkeit das Herz der größten Koketteberuhigt haben würde. „Da Du hierauf anspielst, so will ich zu-geben— freilich ziemt sich'S nicht für mein Amt, daß ich mich all-zu vorschnell über Diejenigen äußere, welche mein Gebieter liebt;aber ich kenne Deine Klugheit, Meta, und will daher anssprechen, daßich halb und halb vermuthe, diese beiden übelgewählten Diener derKirche denken mehr an das arme Mädchen, als gebührlich ist."
„Deine arme Gisela hat allen Grund, sich selbst aufzuhängen!In der Thal, wenn jene lockeren Bursche mich nur mit Einem freie»Blicke betrachten wollten, so sollte der Bürgermeister von Dürkheimvon ihrer Dreistigkeit Kunde erhalten."
„Meta, sie würden eg nicht wagen. Die arme Gisela ist nichtdas Kino eines ehrenfeste» Bürgers, sondern des SchloßwärtelS von