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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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G-schlechteS will ich cS auch hoffen; dennoch wirst Du kaum soviel Dreistigkeit ausbieten können, Berchthold, etwas um zu Gunstenjener Gisela, der Tochter de» BurgwärtelS zu sagen. In meinemLeben habe ich nie eine eitlere Weibsperson gesehen."

In Hartenburg hält man sie für schön."

Gerade diese Meinung hat das Geschöpf ganz und gar ver-derbt. Du bist viel in ihrer Gesellschaft, Meister Berchthold, undich bezweifle nicht, daß die Gewohnheit Dich manche Eigenschaftenübersehen ließ, welche Fremden nicht entgehen können. ,Sieh nurjenen flunkernden Vogel aus dem Paffe des Jägerthals an/ sagtedie vortreffliche alte Ilse eines Morgens bei Gelegenheit eines Festesin unserer ehrwürdigen Kirche, zu welchem sich die ganze Umgegendin ihrem besten Putze einfand,sollte man nicht aus seinem Flatternund aus dem Schwenken seiner Federn glauben, er bilde sich ein,das Auge eines jeden jungen Jägers hafte auf seinem Gefiederund fürchte unversehens den Pfeil des Schützen Und doch habeich Thiere von derselben Zucht gekannt, die, wenn man die Wahr-heit sagen darf, sich nicht so gewaltig vor der Hand des Vogel-stellers scheuten/»

Du beurtheilst Gisela hart, denn obschon sie ein wenig un-besonnen in ihren Reden ist und sich vielleicht ein Bischen allzuvielauf ihre Schönheit zu Gute thut, so muß man ihr doch nachsagen,daß man sich recht gut und angenehm mit ihr unterhalten kann."

Ich habe ja nur Ilses Worte wiederholt, Meister Berchthold."

Deine Ilse ist alt und geschwätzig, weßhalb man sich übereine thörichte Rede aus ihrem Munde nicht wundern darf."

Magseyn; abernenne es so thöricht, als Du willst, die Thor-heit meiner Pflegerin ist auch die nieinige. Ich habe aus ihremUmgang so viel gewonnen, daß ich fürchte, ein Verbessernwollenkommt jetzt zu spät. Offen gesprochen, sie hat über des BurgvogtsTochter keine Sylbe laut werden lassen, der ich nicht von ganzemHerzen Glauben schenke.»