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Berchthold verstand stch nur wenig auf die Winkelzüge desmenschlichen Herzens. Frei in der Aeußerung seiner eigenen Em-pfindungen, wie die Lust seiner heimathlichen Berge, und ohne einenGedanken an Arg in Beziehung auf die Gefühle, die ihn an Metafesselten, hatte er sich nie in die Geheimnisse jener Leidenschaft ver-^ tieft, welcher er sich so völlig hingab, ohne auch nur die Ausdeh-
nung seiner eigenen Knechtschaft za kennen. Er betrachtete daherdiese kleine Aufwallung der Eifersucht von dem Standpunkte aus,von dem jedes edle Wesen irgend eine Ungerechtigkeit beurtheilt, undging daher nur mit um so größerer Wärme auf die Bertheidigungder Gekränkten ein. Eines von jenen fiebähnlichen Herzen in einergroßen Stadt, die schon zu Hundertmalen rechts und links von den' Pfeilen aus Amors Köcher durchbohrt worden, wurde wahrscheinlich
zu demselben HülfSmittel seine Zuflucht genommen haben, bloS umzu beobachten, bis zu welcher Ausdehnung cS mit den Gefühleneines Wesens stielen könne, das es zu lieben vorgab.
^ Der Europäer späht so gerne in dem Auge seines transatlanti-
schen Vetters nach dem Splitter und sagt, die Hauptleideuschaft desLebens scy in dem Herzen des Amerikaners nur eine träge Regung.Allerdings liegt es ganz in der Ordnung der Dinge, daß Leute,welche sich hauptsächlich mit den Angelegenheiten dieser Welt beschäf-tigen, zufrieden find mit dem natürlichen Gange der Neigungen, wiesie stch aus den ehrenhaften Beziehungen des häuslichen Kreises er-geben; aber eben so wahr ist auch, daß Diejenigen, welche ihre Lei-denschaften mit Eitelkeit und Abwechselung nähren, sehr im Jrrthumebefangen find, wenn sie glauben, gelegentliche und wankelmüthigeRegungen gehören zu dem Wesen jenes hehren und läuternden Ge-fühles, welches zu dem Strben führt, sich aller der Huldigung, welchewir unwillkürlich der Tugend zollen, würdig zu machen, indem eSden angebeteten Gegenstand mit allen schätzbaren Eigenschaften be-kleidet. In Berchthold und Meta darf der Leser nichts von jenerGlut suchen, welche bisweilen eine augenblickliche Wallung an die Stelle