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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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hörte. Ich glaube wahrhaftig', die Alte ist ganz behaglich auf je-nem Steinhaufen eingeschlafen."

Störe sie nicht, denn in ihren Jahren ist man der Ruhe sehrbedürftig, und eS wäre in der That unbedacht, ihr dieses kleineVergnügen zu rauben."

Meta hatte bereits einen Schritt vorwärts gethan, augenschein-lich in der Absicht, ihre Begleiterin zu wecken, als die hastigenWorte und eine rasche Geberde des Jünglings sie inne zu haltenveranlaßten. Sie trat unter den Schatten der Ceder zurück, nahmihre frühere Haltung wieder an und fuhr mit mehr Rücksicht fort:

Es würde in der That undankbar seyn, die Arme aufzuwecken,nachdem sie sich zu so später Stunde mit mir diesen mühseligen Bergherangeschleppt hat."

Und noch dazu bei ihrem Alter, Meta."

Ich sollte freilich wieder nach dem Hause meines Vaters zu-rück; aber meine gute Mutter wird die Zögerung übersehen, dennsie liebt die treue Pflegerin meiner Jugend nicht viel weniger, alsihr eigen Fleisch und Blut."

So ist also Deine Mutter von diesem Besuche in der Hüttedes Einsiedlers unterrichtet?"

Glaubst Du, Meister Berchthold, das einzige Kind eines Bür-germeisters von Dürkheim ziehe zu einer solche» Stunde aus, ohneErlaubniß dazu erhalten zu haben? Ein so heimlicher Besuch wärehöchst unschicklich und ein Leichtsinn, den man nur de» Dirnen inGraf Emichs Dorfe Nachsehen könnte. Es heißt ohnehin in unsererStadt, daß die Schloßjungfern eS in ihrem Betragen nicht ebensonderlich genau nehmen."

Die in ^>en Städten drunten lügen gewaltig über uns aufden Bergen. Ich schwöre Dir, daß man in eurem DürkheimerPalast nicht mehr Zucht finden kann, als unter unfern Frauens-personen, mögen sie nun in dem Dorfe oder auf dem Schlosse wohnen."

Das mag in der Hauptsache wahr seyn, und zur Ehre meine-