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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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bin nur ein Dienstmann, Meta, aber doch immerhin in einer Weise,die für meinen Stolz nicht viel Verletzendes hat."

Was ist Gras Emich anders, als ein Vasast des Chnrfürsten,der seinerseits ein Unterihan des Kaisers ist? Du solltest Dich nichtselbst so sehr herabwürdigen, Berchthold, und Niemand braucht etwaszu Deiner Rechtfertigung zu sagen."

Ich danke Dir, theuerste Meta. Du bist das Kind der älte-sten und treuesten Freundin meiner Mutter, und was auch die Weltüber den Unterschied sagen mag, der jetzt zwischen uns stattstndet,so flüstert Dir doch Dein treffliches Herz das Gegentheil zu. Dubist nicht nur das schönste, sondern in Wahrheit auch das wohl-wollendste und edelste Mädchen in Deiner Vaterstadt."

Die Tochter, das einzige Kind und folglich auch die Erbin desreichsten Bürgers von Dürkheim hörte diese Ansicht aus dem Mundevon Herrn Emichs schönem Förster nicht ohne große innere Selbst-befriedigung mit an.

Und nun sollst Du den Grund dieses ungewöhnlichen Besucheserfahren," sagte Meta, sobald sich das stumme Wohlbehagen, wel-ches die letzten Worte des jungen Berchthold hervorgcrufen, einwenig gelegt halte;denn ich habe dir'S gewissermaßen versprochen,und cS würde mich in Deiner guten Meinung nicht sonderlich heben,wenn ich einer Zusage vergäße. Du kennst den frommen Einsiedlerund die Art seines plötzlichen Erscheinens in der Heibenmauer."

Die letztere ist männiglich bekannt, und Du hast bereits ge-sehen, daß ich ihn in seiner Hütte besuche."

Ich maße mir nicht an, den Grund namhaft machen oder er-forschen zu wollen, soviel aber ist gewiß, daß er sich noch keineWoche am alten Nömerplatze aufgehalten hatte, als er schon Ge-legenheit suchte, mir vor allen andern Jungfrauen Dürkheims eineAufmerksamkeit zu erweisen, auf die ich durch meine Verdienstekeineswegs Anspruch machen kann."