sich mit dem eitlen Wahne trägt, sie enthielten Neichthümer undVorrälhe, bei denen sichs wohl eines Kirchenraubes verlohnte; eshandelt sich nun darum, die Anzahl und die Absichten dieser Leutegenau kennen zu lernen. Wollten wir aber einen Mann von bekann-tem Berufe auf Kundschaft ausschicken, so würde der Graf Mittelfinden, ihn irre zu führen, während dagegen ein Bursche von Dei-nem Verstand sich die Gunst der Kirche erwerben kann, ohne Ver-dacht zu erregen."
„Wenn Graf Emich davon Wind kriegte, so würde er mirWohl kein Ohr mehr lassen, um damit Eure heiligen Ermahnungenanhören zu können."
„Du brauchst nur Deine Zunge in Zaum zu halten, und erwird Dich nicht beargwöhnen. Kannst Du nicht unter irgend einemVorwände in das Schloß kommen?"
„Vorwände wären leicht dem Tausend nach zu ersinnen. Ichkönnte z. B. sagen, daß ich den Kuhhirten des Grafen Emich spre-chen und von seiner Geschicklichkeit in Heilung kranker Hufe Nutzenziehen wolle. Der Wunsch, meinen Dienst zu wechseln, wäre einweiterer scheinbarer Grund, und außerdem fehlt es ja nicht an lachen-den Dirnen in der Veste und deren Umgebung."
„Genug; Du bist der Mann, Gottlob, nachdem ich mich schonzwei Wochen Tag für Tag umsehe. Säume daher nicht, DeinenWeg anzutreten, und suche mich morgen nach der Frühmesse in derAbtei auf."
„Das mag von Seiten des Himmels wohl genügen, Vater,aber Leute von unserer Klugheit dürfen ihren irdischen Zustandauch nicht vergessen. Soll ich ohne allen Grund meine Ohren inGefahr setzen, meiner redlichen Einfalt llnehre machen und meineHeerde verabsäumen?"
„Du wirst der Kirche einen Dienst leisten, mein Sohn, Dichbei unserem hochwürdigen Abt in Gunst setzen und die Früchte