mein ehrlicher Gottlob, wenn Du Dich zu dem Dienste hergebenwillst, den ich Dir jetzt Vorschläge. Auch zweifle ich nicht, daß Dubereitwillig darauf eingehen wirst, denn ich kenne ja Deine Ehrfurchtvor heiligen Dingen, die sich einerseits aus Deinen Besuchen beidem frommen Einsiedler, und andererseits aus Deiner Liebe zu derAbtei Limburg entnehmen läßt."
„Meint Ihr?"
„Ja, und ich habe mich bei dem Pater BonifaciuS so gut wiedafür verbürgt, entweder Dich oder sonst einen Menschen von DeinerVerschmitztheit und Treue für einen vertrauten Dienst im Interessedes Klosters zu gewinnen."
„ES dürfte Euch schwer werden, unter den Kuhhirten einenZweite» wie mich herauszufinden."
„Das weiß ich; Deine Geschicklichkeit in Besorgung des Viehskann Dich noch so weit bringen, daß Dir die Hut der zahlreichenKlosterheerden übertragen wird. Man schenkt Dir schon jetzt großesVertrauen."
„Ich will mein Verdienst nicht selbst herabsetzen, Weiser Vater,und kann daher wohl sagen, daß ich bereits einige Kenntniß vonden Waidegründen besitze."
„Und von dem Vieh obendrein. Gottlob; wir merken uns dieEigenschaften aller derjenigen, die in unsere Beichtstühle kommen.ES gibt Schlimmere darunter, als Du bist, kann ich Dir versichern."
„Und doch habe ich Euch nie auch nur die Hälfte von demmitgetheilt, was ich von mir sagen könnte, Vater."
„Das ist jetzt von keinem Belang. Du weißt wie eS mit demStreite zwischen Graf Emich und unserer Abtei steht, und wennDu den Dienst, um den ich Dich angehen möchte, mit Deiner ge-wohnten Geschicklichkeit ausführst, so kannst Du Dich bei dem hei-ligen Benedict und seinen Kindern sehr in Gunst setzen. Mir habenGrund zu glauben, daß sich im Schlöffe ein starker Haufe Bewaff-neter befindet, der es auf unsere Mauern abgesehen hat, weil man