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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
40
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Durch Gottes gnädige Führung hat mir die Vorsehung diesekleine Zufälligkeit, als ich noch ein Kind war, in den Weg ge-worfen, hochwürdiger Pater, und ich las sie auf, wie ich etwaeinen guten Bissen verschlinge."

Das ist eine Gabe, die einem Menschen von Deinem Berufeeher zum Schaden als zum Frommen dienen dürfte. Deiner Heerdekann diese Kunst nicht viel nützen."

Ich will nicht auf mich nehmen, zu behaupten, daß irgendeine von meinen Kühen um deßwillen besser daran sey; übrigensgibt es doch, offen gesprochen, hochwürdiger Mönch, Thiere darunter,die zu sehn scheinen."

Wie, willst Du versuchen, eine Sache zu beweisen, die nichtnur unwahrscheinlich, sondern sogar unmöglich ist? Geh', Du bistüber das Buch irgend eines einfältigen Spaßmachers hergefallen;denn seit der Entdeckung jenes unklugen Mainzer Bruders tretenohne End und Zahl derartige Teufelsmachwerke an's Licht. Ichmöchte doch hören, in welcher Weise ein Stück Vieh von derBuchdruckerkunst Vortheil ziehen kann."

Nur eine kleine Geduld, Vater Siegfried, und Ihr sollt eSerfahren. Denkt Euch einen Viehhirlen, der lesen kann, und einen,bei dem dies nicht der Fall ist; sie sollen etwa Beide in Dienstendes Grafen von Hartenburg stehen. Gut, sie ziehen eines Morgensmit ihren Heerden aus. Der eine schlägt den Weg nach den Bergendes Grafen ein, während der andere, ver die Grenzbeschreibungdes Herren- und Kloster-Landes gelesen hat, einen andern nimmt,weil die Gelehrsamkeit nicht gerne der Unwissenheit folgt. Der-jenige nun, welcher lesen kann, gelangt auf eine viel nähere undbessere Waide, als derjenige, welcher sein Vieh auf Plätzen um-hertreibt, welche früher nur zu oft von Menschen und Vieh be-treten wurden."

Dein Lernen hat nicht viel zur Lichtung Deines Kopfes