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Limburg seyen, was sie sind, denn dieß wäre eben sv »»ehrerbietiggegen die Kirche als ungebührlich gegen den frommen PalerSiegfried. Höchstens erdreisten wir uns, zu sagen, sie scheinen zusehn, was sie sind, und das will nicht wenig heißen, wenn manbedenkt, wie es in dieser Welt zugeht. ,Scheine zu seyn, Gottlob/sagte mein seliger Vater, ,und Du wirst Dir Neid und Feindschaftvom Leibe halten; denn im Scheine liegt nichts, was Andere son-derlich beunruhigen konnte. Nur wenn inan wirklich Etwas ist,fangen die Leute an überall Mängel zu finden. Wenn Du imFrieden mit Deinen Ncbenmenschen zu leben wünschest, so treibecs nicht über den Schein hinaus, denn dies lassen sich Alle gefallen,weil Alle selbst auch scheinen können, während das Wesen oftmaleuein ganzes Dorf in Aufruhr jagt. Es liegt eine wunderbare Kraftim Scheinen; aber zu wieviel Leidwesen, Lästersucht und sogar offe-nem Zwiespalt gibt man nicht Anlaß, wenn man das ist, was manscheint/ Nein, das Aeußerste, was wir Dürkheimer uns zu sagenerdreisten, ist, daß die Limburger Mönche Männer Gottes zuseyn scheinen."
„Und Herr Emich?"
„Was den Grafen Emich betrifft, Vater, so sind wir so klug,nicht zu vergessen, daß er ein vornehmer Herr ist. Der Churfürsthat keinen kühnere» Ritter, der Kaiser keinen treueren Vasallen.Wir sagen dcßhalb, er scheine tapfer und treu zu seyn."
„Du machst viel Wesens von diesen scheinbaren Eigenschaften,mein Sohn."
„Es ist wohl so am klügsten, Vater, wenn man die mensch-liche Schwäche kennt nnd weiß, wie leicht wir einem Jrrthumunterworfen find, sobald wir Handlungen und Gründe beurtheilcnwollen, die außer dem Bereiche unseres Wissens liegen. Nein, dasmuß man uns Dürkheimer» lassen, daß wir vorsichtige Leute sind."
„Für einen Kuhhirten fehlt es Dir nicht an Verstand. KannstDu lesen?"