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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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terS war, so wird der Leser aus der Sprache des Kuhhirten bereitsentnommen haben, daß die Angelegenheiten zwischen dem Abt vonLimburg und dein Grafen von Hartenburg durchaus nicht aufdem freundlichsten Fuße standen. Schon die nahe Nachbarschaftwar ein fast unumgänglicher Anlaß zu eifersüchtiger Feindseligkeit,während das unablässige Ringen zwischen dem Einflüsse des Aber-glaubens und der Furcht vor dem Schwerdte eine weitere natürlicheTriebfeder zu Zwistigkeiten abgab.

Der Besuch des Mönchs stand in Verbindung mit gewissenInteressen, welche auf die damalige Sachlage, wie sie zwischen derAbtei und dem Schlosse stattfand, Beziehung hatten. Da es jedochvoreilig sehn würde, seinen Zweck schon hier namhaft zu machen,so beschränken wir uns auf die Bemerkung, daß der Mönch sich erstnach einer halben Stunde von dem Klausner verabschiedete, nach-dem er sich zuvor den Segen eines Mannes erbeten, dessen Lebenso rein und selbstverlcugncnd wie das seines WirtheS war.

An der Thüre der Hütte traf der Benedictiner auf den Kuh-hirten, der, wie sich der Leser erinnern wird, schon früher abgefer-tigt worden war, aus Gründen aber, die ihm selbst am besten be-kannt sehn mochten, es für paffend gehalten hatte, das Ende derZusammenkunft abzuwarten.

Du noch immer hier, mein Sohn?" rief der Mönch.Ichwar der Meinung, Du habest den Segen des heiligen Klausnerslängst im Frieden nach Deinem Bette getragen."

Wenn ich mich glücklich fühle, so darf ich darauf zählen, daßder Schlaf meine Augen scheut, Vater," versetzte Gottlob, indem ersich dem Mönche anschloß, während dieser durch das Cedernholz aufden alten Thorweg des Lagers zuging.Ich gehöre nicht in dasNindergeschlecht, das sich zur Ruhe niederlegt, sobald es sich mitetwas Gutem angefüllt hat, sondern hege nur um so mehr denWunsch, mich meiner guten Stimmung zu erfreuen, je glücklicherich mich fühle."