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Wir müssen hierorts bemerken, daß die Periode, von welcherunsere Geschichte spricht, für alle Bewohner der Nheinpfalj unge-mein bedenklich war. Der Churfürst hatte — vielleicht unkluger-weise für einen Fürsten von seinen beschränkten HülfSquellen — andem damals wüthenden Kriege thätigen Nntheil genommen, undernstliche Unglücksfälle drohten, nicht nur seine Ruhe, sondern auchseinen Thron zu gefährden. Es war eine Folge des zu jener Zeitso allgemein in Europa herrschenden LehenspstemS, daß auf jede au-genfällige, wenn auch noch so kurze Störung der Gewalt des Macht-habers, der das Recht der Souverainetät über die endlose, damalsauf Deutschland besonders schwerdrückende Zahl kleiner Herrscherbehauptete, innere Wirren folgten. Für letztere galt nur er alsGesetz, denn sie hatten nicht Lust, irgend eine Oberherrlichkeit an-zuerkennen, die nicht durch die Hand der Gewalt unterstützt wurde.Die aufstcigende Stufenleiter von Herren, welche den Ritter, denGrafen, den Landgrafen, den Markgrafen, den Herzog und denChurfürsten bis zu dem sogenannten Staatsoberhaupte, dem Kaiserselbst, umfaßte, mußte schon vornweg mit ihren vielseitig verwickel-ten Interessen, da sie Lehenseid in LehenSeid, Unterthanenpflicht inUnterthanenpflicht verschlang, zu Zwistigkeiten führen, selbst wenndie kaiserliche Krone einen weit bestimmteren und entschiedenerenEinfluß hätte geltend machen können. Bei der unsicheren und bloSmittelbaren Entsaltung der Reichskräfte aber geschah cS nur selten,daß irgend eine bedeutende Ruhestörung ohne das Aufgebot nam-hafter Streitkräfte beseitigt werden konnte. Kaum sah sich der Kaiserin einen ernstlichen Kampf verflochten, als auch schon die großenFürsten das Gleichgewicht wieder zu erringen trachteten, welchesnur durch die lange Uebcrmacht einer einzelnen Familie verlorengegangen war, während auch die kleineren Fürsten selten in äußer-liche Verlegenheiten geriethen, ohne daß innere Zwietracht zu Er-höhung deS UebelS beitrug. Da der Basall gemeiniglich nur dasrohe Spiegelbild der Feindseligkeiten und Vorurtheile seines Gebie-