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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
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der Churfürst Friedrich selbst sich bei mir einfinden wollte, so würdeer so willkommen seyn, wie dieser Kuhhirte hier. Für Vornehmeund Geringe habe ich den gleichen Abschiedsgruß: ,Gott sey DeinGeleitsmann!<"

Du hütest das Vieh der Dürkheimer Bürger, Gottlob?"

Hochwürdiger Priester, ich weide die Heerde, welche mir meineHerren anzuvertrauen belieben."

Wir haben ernstlichen Grund zur Beschwerde gegen einenDeiner Zunftgenossen, der dem Grafen von Hartenburg dient undtäglich sein Vieh auf die Waidegründe der Kirche treibt. 3st Dirder Kerl nicht bekannt?"

Potz Tausend! Wenn man alle die Spitzbuben, w elche derglei-chen Unrecht begehen, sobald sie ihren Herren aus dem Gesichte findvor dem hochwürdigsten Abt von Limburg in einer Reihe aufziehenlassen wollte, so würde er kaum wissen, ob er mit Gebeten odermit der Peitsche anfangen sollte, obschon es heißt, daß er imNothfalle in diesen beiden Stücken ein gar starker geistlicher Herrsey. Ich zittere bisweilen für mein eigenes Betragen, obgleich Nie-mand eine bessere Meinung von sich selbst haben kann, als ich, soarm und niedrig ich auch in Eurer Hochwürden Gegen« art dastehe;denn ein hartes Geschick und ein Uebersehen in der Verw altung derAngelegenheiten meines Vaters sind einzig Schuld daran, daß ichnothgedrungen unter solcher Kameradschaft leben muß. Wäre ichnicht von der erprobtesten Redlichkeit, so dürfte es noch mehr Viehauf dem Abteilande geben, und Diejenigen, welche nun aus lauterDemuth ihre Zeit in Fasten verbringen, konnten leicht so weitkommen, es aus Noth thun zu müssen."

Der Benediktiner musterte mit scharfem, mißtrauischem AugeGottlobs demüthigeS Gesicht und lud sodann den Klausner ein, demHirten seinen Segen zu ertheilen. Sobald diese heilige Handlungvorgenommen war, winkte er Gottlob, sich zu entfernen, und gingsofort auf den wahren Zweck seines Besuchs in der Einsiedelei über.