Dich mit einem von den gottseligen Vätern der Abtei, derenWeisheit nnd Salbung nicht ermangeln wird, Deinem Herzensogar eine noch weit schwerere Last abznnehmen. Da ist PaterUlrich, ein wahres Wunder von Tugend und Selbstverläugnung;dann der Pater Cuno, dessen Zuspruch beinahe noch erbaulicher undheilsamer ist, und endlich der Pater Siegsried, der wahren Seelen-balsam spendet, und darin sogar den hochwürdigsten Abt, den frommenund tugendhaften Vater Bonifacius, übertrifft. Was Du auch thunmagst, Kind, geh' den Berg hinauf und tritt kecklich als ein bedrückternnd niedergeschlagener Sünder in die Kirche; namentlich aber sucheDich bei dem theuren und vortrefflichen Pater Siegfried Raths undZuspruchs zu erholen/"
„Und Du — wer bist Du," fragte der Mönch halb zweifelnd,„daß Du in meiner Gegenwart Ausdrücke über mich brauchst, dieich so wenig verdiene?"
„Ich wollte, ich wäre Herr Emich von Hartenburg oder mei-netwegen der Churfürst von der Pfalz selbst, um denen, welche ichehre, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In diesem Falle solltensich gewisse Väter von Limburg einer besonder» Gunst erfreuen, undzwar unmittelbar nach meinem eigenen Fleisch und Blut. Wer ichbin, Vater? Es nimmt mich Wunder, daß ein Gesicht in Vergessen-heit gerathen kann, das sich so oft droben im Beichtstuhl blickenläßt. Was lobenswerth an mir ist, hochwürdiger Pater, habe ichEuch zu danken — aber es darf mich nicht überraschen, daß IhrEuch meiner nicht erinnert, denn ein bescheidener, demüthiger Geistvergißt stets seiner eigenen guten Werke."
„Du nennst Dich Gottlob — aber diesen Namen führen soViele in der Christenheit."
„Freilich, hochwürdiger Pater — und zwar weit mehr, als ihmEhre machen. Da ist ein gewisser Gottlob Frincke, ein so heilloserSpitzbube, wie nur irgend einer in Dürkheim. Auch der GottlobDie Heidenmaucr. 3