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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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der kirchlichen Gewalt begabt bist, die Beichte der Gläubigen an-zuhören und ihre Sünden zu vergeben."

DaS letztere, Bruder, ist ein Amt, das von Rechts wegennur Gott zusteht. Das Oberhaupt der Kirche selbst ist nur eindemüthiges Werkzeug des Glaubens, wenn es sich dieser feierlichenVollmacht entledigt."

DaS Gesicht des Mönchs wurde bei dieser .Antwort nichtliebenswürdiger; auch versäumte der Benedictiner nicht, einen prü-fenden Blick auf die verhüllte Fremde zu werfen, ob er sie nichtvielleicht an der Haltung erkenne.

Du hast nicht einmal die Tonsur," fuhr er fort, währendsein unstäteS Auge von dem Klausner gegen die Frauengestalthinrollte, die sich so weit aus dem Kreise der Beobachtung zurück-gezogen hatte, als es der enge Raum nnr gestattete.

Du siehst, Vater, ich habe noch alles Haar, das mir Zeit undGebreste gelassen haben; aber glaubt man in Deiner mit Beneficienreich versehenen, kriegerischen Abtei, daß der Rath eines Mannes,der lange genug gelebt hat, um seine eigenen Jrrthümer zu erkennenund zu beklagen, dem minder Erfahrenen nachtheilig werden könne?Wenn ich hierin unglücklicher Weise in einer Selbsttäuschung be-fangen sehn sollte, hochwürdiger Pater, so bist Du noch zeitiggenug gekommen, um das Unrecht wieder gut zu machen."

Wenn die Jungfrau etwas auf ihrer Seele liegen hat, sosoll sie sich in den Beichtstühlen der Abteikirche cinfinden, wo sieohne Zweifel vollen Trost finden wird."

Wie ich aus vielfältiger eigener Erfahrung bezeugen kann"ergriff nun plötzlich der Kuhhirt das Wort, indem er sich dreistzwischen die beiden GottcSmänner drängte und so ihre beiderseitigeAufmerksamkeit in Anspruch nahm. ,Geh' auf den Berg hinaufund hole dort Erleichterung für Deine Seele, Gottlob/ Pflegtmeine gute und verehrungswürdige Mutter zu sagen, so oft meineAnsicht von mir selbst ein bischen allzu gering wird. ,Benimm