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Seiten die Bildnisse der Jungfrau, des heiligen Benedict und desHerrn Grafen herumhängen. Freilich, ohne meine Sorgfalt fürDich würde ich keinen Schritt weiter gegen das Lager hin thnn."
„Halte das wie Du willst," versetzte der Förster, welcheraugenscheinlich wohl merkte, wie sehr sich sein Begleiter vor demAlleinseyn an einem so unheimlichen Platz fürchtete, und daherseinen Vortheil benützte, indem er seine Schritte in einer Weise be-schleunigte, daß Gottlob bald seinen überwältigenden Vorstellungenüberlassen geblieben sehn würde, wenn dieser nicht emsig die Be-hendigkeit seines Freundes nachgeahmt hätte. „Du kannst de» Leutendes Grafen sagen, Du habest mich auf diesem Berge verlassend
„Nein," entgegnete Gottlob, sich die Noth zum Verdienste an-rechnend, „wenn ich dieß thue oder sage, so sollen sie mich zu einemgeschorenen Mönche oder zu dem Abt von Limburg obendrein machen."
Nachdem der Kuhhirt, welcher den Widerwillen seines Gebietersgegen die fromme Nachbarschaft in vollem Maße theilte, diese Ab-sicht in einer Stimme, die so kräftig als sein Entschluß war, aus-gesprochen hatte, stellte sich das Vertrauen zwischen den Freundenwieder her, und sie verfolgten eilenden Fußes ihren Weg. Jndeßdürfen wir nicht bergen, daß der Platz in jeder Hinsicht geeignetwar, alle schlummernden Keime des Aberglaubens, welche Erziehung,Ueberlieferung und Volkswahn der menschlichen Brust einpflanzten,in'S Leben zu rufen.
Mittlerweile hatten sich unsere Abenteurer einem niedrigen Ce-dergehölze genähert, welches scheinbar innerhalb einer runden, ausgroßen Steinhaufen gebildeten Mauer auf einem Ausläufer des Ge-birges stand. Hinter ihnen lag die ebene Haide, während der kahleFels, im Mondenlichte sein Haupt aus der Erde emporreckend, inmittender Einöde irgend einem düsteren Denkmale glich, durch welchesdie traurige Haide nur noch unheimlicher wurde. Den Hintergrundbildeten die schwarzen Wälder des Hardtgebirges. Rechts befandsich die Schlucht oder das Thal, aus welchem die beiden Jünglinge