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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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wenn eS gilt, sie mit Deiner Zunge oder einer hungrigen Kuh inNachlheil zu bringen."

Ja, stehst Du, Berchthold. wir Grundsaffen sind wenig mehr,als das klare Wasser, in welchem unser Gebieter sein Gesicht undim Nothfalle auch seinen Humor abspiegeln kann. Wenn Herr Emicheinmal einen recht herzlichen Haß gegen ein Roß oder einen Men-schen, einen Hund oder eine Katze, eine Stadt oder ein Dorf, einenMönch oder einen Grafen hegt, so weiß ich nicht, wie es kommtaber ich fühle dann, daß sich in mir selbst die Galle regt, bis ichgenug in Harnisch gekommen bin, um zuzuschlagen, wenn er schlägt,zu fluchen, wenn er flucht und sogar umzubringen, wenn er Blutsehen will."

Das ist eine gute Eigenschaft für einen Dienstmann; indeßsteht doch um des lieben Ehristenthums willen zu hoffen, daß csmit der Sympathie hier nicht schon ein Ende hat, sondern daß auchDeine Zuneigungen sich eben sosehr nach denen Deines Herrn richten,wie Dein Haß."

Traun, noch mehr sogar! Graf Emich ist ein gewaltigerFreund von einer Wildpretpastete zum Morgenimbiß, und ich trageein Verlangen darnach den ganzen lieben langen Tag. GrafEmich wird in einer Stunde über eine Flasche Dürkheimer Herr,während in derselben Zeit zwei kaum im Stande sind, meinen Eiferfür seine Ehre gebührend zu zeigen; und sofern noch andere derartigeWiderwärtigkeiten in Frage kommen, bin ich wahrlich nicht derMann, um meinen Herrn aus Mangel an Dienstbefliffenheit imStiche zu lassen."

Das glaube ich Dir ohne Eid, Gottlob," versetzte Berchtholdlachend,namentlich wenn sich's um dergleichen Dinge handelt.Aber im Grunde sind die Benedictiner doch Kirchenleute und haltenan ihrem Glauben und an ihrer Pflicht so gut, als irgend ein Bischofin Deutschland; ich sehe daher nicht ein, warum der Herr oder derKnecht so großen Widerwillen gegen sie hegt."