Leser in der Einleitung vorgeführt haben; und wer die Müheüber sich genommen, unser nicht überfiüßigeS Vorwort zu lesen, weißwohl ohne weitere Belehrung, daß die beiden Zünglinge, mit welchenwir unsre Leser bekannt gemacht haben, sich in dem Thalkeffel be-fanden, in welchem die Abtei Limburg stand. Freilich haben dreiJahrhunderte manche wesentliche Veränderung in den vergänglichenZügen dieses Platzes hervorgebracht, obschon sie nicht im Standewaren, einen sonderlichen Einfluß auf den Grundcharakter der Land-schaft zu üben.
Während die jungen Männer rasch weiter gingen, berührtendie ersten Strahlen des Mondes die Vergspitzen, und ehe sie nocheine halbe Stunde in dem Paffe, der nach dem Rheinthale führte,zurückgelegt hatten, standen schon die Thürme und Dächer der Abteiin schöner Nachtbeleuchtung da. Die Klostergebäude glichen durch ihreAnzahl und ihre wirre Gruppirung einem Dorfe, während eine starke,massive Mauer den ganzen oberen Theil des einzelstehenden Bergesumschloß. Die Bauart schien auf einen jener kriegerischen Kir-chcnfürsten deS Mittelalters, welche den Harnisch unter der Stoletrugen, hinzudeuten; denn während die Thürme, die gemalten Fensterund die Denkmale, welche in Folge frommer Gelübde errichtet wordenwaren, den unmittelbaren Zweck der Gebäude bezeichneten, bekun-deten zugleich die Vertheidigungswerke, daß die Mönche ebenso gutin menschlichen als anderen Mitteln ihren Schutz suchten.
»Wir haben da einen Mond, der eben so gut für einen Mönch,als für einen Kuhhirten geschaffen zu sein scheint," bemerkte Gott-lob in fast flüsterndem Tone. „Das Licht trifft dort den hohen Thurmder Abtei und wird bald auf die Glatze eines jeden KlosterspätliugSscheinen, der auSgezogen ist, um Pröbchen von der letzten Weinlesezu kosten oder anderweitig in den Angelegenheiten irgend einesDürkheimer Bürgers zu spioniren."
,,Du hegst nicht viel Ehrfurcht gegen die frommen Väter, ehr-licher Gottlob, denn selten läßt Du eine Gelegenheit entschlüpfen.