Druckschrift 
20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

Hunde und ging unter dem Fallgitter durch, das auf sein Signalaugenblicklich aufgezogen worden war.

Zweites Kapitel.

»Was sagst Du zu einem Hasen, oder zu der Melancholieeines Sumpfgrabens?'

König Heinrich IV.

Das Licht war aus der Schlucht, in welcher das Dorf Har-tenburg lag, fast ganz verschwunden, als Berchthold auf einemanderen Pfade, als der war, welcher ihm vor einer Stunde zumHinansteigen gedient hatte, vom Schlosse herunter kam, vermittelsteiner steinernen Brücke über den Bach gelangte und auf dem anderenUfer in die Straße einbog. Der junge Förster hatte die Hundeeingesperrt und seine Koppel sowohl als sein Gewehr bei Seite ge-legt; dagegen hing das Horn noch immer um seine Schulter. An seinerSeite führte er ein Jagdmesser, für jene Zeit und für jenes Landeine nützliche Wehr, die er kraft seines Amtes als Dienstmann desGrafen von Leiningen-Hartenburg tragen durfte. Letzterer war derGebieter der Veste, welche er eben verlassen, und der Lehensherrüber den größten Theil des benachbarten Gcbirgs sowohl als überunterschiedliche Dörfer in der Ebene der Pfalz. Der Kuhhirte schienauf seinen Gefährten oder Freund gewartet zu haben; denn demvertraulichen Fuße zufolge, welcher zwischen den beiden stattfand,dürfte wohl der letztere Ausdruck als der passendere erscheinen.Gottlob harrte in der Nähe der Hütte seiner Mutter. Als die Jüng-linge zusammentrafen, verständigten sie sich mit einander durch einZeichen und schritten dann schnellen Fußes weiter, der Häusergruppeden Rücken zukehrsnd.

Unmittelbar vor dem Dorfe erweiterte sich das Thal und nahmden Charakter der Fruchtbarkeit und Cultur an, wie wir ihn dem