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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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standen und von deren Zinnen aus man einen Stein in die Straßeherabwerfen konnte. Der Baumeister hatte der Stärke des Ge-mäuers große Aufmerksamkeit geschenkt, ohne darüber die Schön-heit der Form, soweit diese in der Periode, von welcher wir schreiben,begriffen wurde, ganz zu vernachläßigen. Trotz ihrer Große warendie Thürme doch nur bloße Anhängsel des Hauptgebäudes, welchesvon der Stellung aus betrachtet, in welche wir jetzt im Geiste denLeser versetzen, den Blicken ein wirres Labyrinth von Mauern,Schornsteinen und Dächern darbot. Erste« stiegen stellenweise vondem grünen Rasen, der die Bergseite bedeckte, auf, während anandern Orten der Fels selbst als Mauerwerk benutzt worden war;denn dieser bestand aus dem gleichen röthlichen Quadersandsteine,und es war daher nicht leicht, auf den ersten Blick zu unter-scheiden, was bei diesem gemischten Bauwesen Werk der Natur oderder Kunst war.

Der Weg des Försters führte von dem Thale allmählig berg-auf nach einem ungeheuren Bogenthore, hinter welchem ein Hof lag.Auf dieser Seite des SchloßcS befand sich weder Graben, nochBrücke oder irgend ein anderes von den gewöhnlichen Schutzmitteln,ein Fallgitter ausgenommen, denn die Lage der Veste machte der-artige Vorkehrungen gewissermaßen unnöthig. Aber dennoch wargroße Sorgfalt darauf verwendet worden, einem Ueberfalle vorzu-beugen, und es hätte wohl sicherer Füße, eines festen Schädels undkräftiger Gliedmaßen bedurft, um auf einem andern Wege, alsdnrch das Thor sich Eingang in das Gebäude zu verschaffen.

Sabald Berchthold die kleine Terrasse, welche vor dem Portalelag, erreicht hatte, machte er sein Horn loS, trat auf den Rand desAbsturzes und blieS eine lustige Jägerweise. Die Musik hallte unterden Bergen wieder, und mehr als ein Dorfbewohner brach in blöderVerwunderung von seiner Arbeit ab, um auf die wilden Töne zuhorchen. Der Jüngling hing sein Horn wieder um, liebkoste seine