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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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fragen, denn ich wüßte nicht darauf zu antworten, und wenn michHerr Emich selbst in einer Weise, wie er den Abt von Limburg zubehandeln pflegt, nach meiner Heerde fragte."

Wenn Du die Thiere wirklich hast in der Irre umherlaufenlassen, so ist kein Grund zum Spaßen vorhanden. Wo hast Dusie zum letzten Mal gesehen?"

Hier im Wald von Hartenburg, Meister Berchthold ich gebeDir das Ehrenwort eines bescheidenen gräflichen Dienstmannes daraus."

Deine Nachlässigkeit wird Dich noch um diesen Dienst brin-gen, Gottlob."

Es wäre tausend Schade, wenn Deine Worte wahr würden,denn in diesem Falle verlöre Herr Emich den ehrlichsten Kuhhirtenin Deutschland, und es müßte mir fast das Herz brechen, wenn ihndie Mönche von Limburg kriegen sollten. Aber die Thiere könnennicht weit sehn, und ich will zuvor noch einmal die Kraft meinesKuhhorns versuchen, ehe ich nach Haus gehe, um mir de» Schädeleinschlagen zu lassen und meinen Abschied zu holen. Weißt Duauch, Meister Berchthold, daß die Schande, von der Du sprichst,noch nie über ein Mitglied meiner Familie kam, und wir sind dochschon länger Viehhirten gewesen, als die Friederiche Churfürsten?"

Der Förster machte eine ungeduldige Geberde, streichelte seineHunde und wartete die Wirkung des neuen Hornstoßes ab, zu demsich sein Begleiter anschickte. Gottlob that dies mit der vollen Zu-versicht eines Mannes, der seinen Beruf kennt; denn ungeachtet seinerWorte hatte doch sein Gesicht noch keinen Augenblick Unruhe überdas Geschick seiner Pflegbefohlenen verrathen. Das Thal erscholl baldvon den wilden, kläglichen Tönen des Kirschbaumhorncs, und derBauer trug Sorge dafür, ihnen die Intonation zu geben, welchestummer Uebereinkunft zufolge seit unfürdcnklichen Zeiten als Signalfür das Sammeln einer verlaufenen Heerde galt. Seine Geschicklichkeitund Zuversicht wurden bald belohnt, denn während seines VlasenSkam Kuh um Kuh aus dem Walde gelaufen, und bald befand