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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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die höchste Spitze, und für einen Augenblick war die Beschwerdedes Heransteigens vergessen.

Soweit das Auge reichen konnte, dehnte sich die Ebene derPfalz vor mir aus. Da und dort glänzten der Rhein und derNeckar wie Silberbänder unter dem Grün der Felder, während dieThürme von Mannheim, Speier, Worms und zahllosen Dörferndie Landschaft so reichlich schmückten, wie Grabsteine die AppischeStraße. Ein Dutzend altergraue Ruinen klammerten sich an dieSeiten der badischen und hessischen Gebirge, während das Heidel-berger Schloß düster und großartig aus seinem romantischen Thalsauftauchte. Die Landschaft war deutsch und ihre Kunstdenkmäleretwas gothisch. Zwar ermangelte sie der warmen Gluth, der lau-nenhaften Umrisse und der verführerischen Schönheit Italiens, wiedenn auch von der Großartigkeit schweizerischer Thäler und Glet-scher nirgends etwas zu erblicken war; aber man sah hier die Voll-kommenheit eines fruchtbaren Bodens und des GewerbfleißeS, ver-schönert durch ein buntes Gemische nützlicher Gegenstände. Aufmeinem Standpunkte wurde es mir leicht, mir in meiner Umgebungnur beredte Denkmäler der fortschreitenden Civilisation zu vergegen-wärtigen, welche mich eben so gut die Schwäche wie das Erstarken,den jungen Wuchs, wie den hochstrebenden Ehrgeiz des menschlichenGeistes schauen ließen. Der Fels erinnerte mich an die Zeiteneines wilden Aberglaubens und einer entsittlichenden Unwissenheit an die Zeiten, als das Land noch ein Urwald war, durch welchender Jäger nach Gutdünken pürschte, mit dem Thiere der Wildnißum die Herrschaft in seiner unheimlichen Domäne ringend. Dennochtrug das edlere Geschöpf das Ebenbild Gottes, und hin und wiederdurchdrang ein und der andere große Geist das Dunkel, die Licht-blicke jener ewigen Wahrheit umfassend, von welcher die Natur