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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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bauen, in welchem ohne Zweifel eine maßlose Quantität Rheinweinverschluckt, der Mensch um seine Vernunft betrogen und so die»»beschützte Seele den gewöhnlichen Angriffen des Versuchers nochmehr bloSgcstellt werden sollte. Den Rheinlandsagen zufolge mußcs den Mönchen oft gelungen sepn, den Erzfeind mit derartigenschlauen Verträgen hinter'S Licht zu führen, obschon es vielleichtnie mit auffallenderem Erfolge geschah, als bei dem fraglichen Con-trakte. Durch die List der Gottesmänner völlig getäuscht, ließ sichder Vater der Sünden so eifrig für das Unternehmen brauchen,daß die Abtei sammt Zugehör in unglaublich kurzer Zeit vollendetdastand ein Ereigniß, welches die frommen Mönche »ach ihrereigenen Weise zu erklären wußten, indem sie eS einem Mirakel vonreinerem Ursprünge zuschrieben. Jedenfalls hatten sie ihre Täu-schung so gut eingeleitet, daß der Teufel trotz seiner sprichwört-lichen Schlauheit nichts von der wahren Bestimmung des Gebäudesmerkte, bis mit einem Male die Abteiglocken zum Gebet läuteten.Nun kannte freilich seine Entrüstung keine Grenzen mehr, und erschwang sich unverzüglich nach dem fraglichen Felsen in der schnödenAbsicht, ihn mit sich in die Luft zu führen und über der Kapellefallen zu lassen, damit die Mönche sammt ihrem Altäre seiner Rachezum Opfer würden. Aber der Fels saß auch für den Teufel zufest, und der Böse sah sich endlich in Folge der ErorciSmcn, mitwelchen die Mönche nach ihrer eigenen Weise gegen ihn in'S Feldrückten, genöthigt, mit Schande und Schmach aus diesem Theiledes Landes zu fliehen. Man zeigt noch dem Neugierigen gewisseMerkzeichen in dem Gestein, welche beweisen sollen, wie gewaltigsich Satan bei dieser Gelegenheit abgemüht habe: darunter nament-lich einen Abdruck seines Hintertheils, den er zurückgelaffen, als ersich, erschöpft von der nutzlosen Anstrengung, ans den Fels setzte.