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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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ihn noch nicht einmal aufgeschlagen hatte. Als ich nun seineBlätter zu Rathe zog, fühlte ich mich auf das Angenehmste über-rascht, Dürkheim und seine Alterthümer der Aufmerksamkeit dcSReisenden ganz besonders empfohlen zu sehen. Die Heidenmaucrwurde darin als der Platz bezeichnet, wo Attila den Winter ver-brachte, ehe er auf seinem berühmten Zuge nach der Hauptstadt derrivilisirten Welt über'den Rhein setzte, obschon die Errichtung derMauer selbst seinen Feinden zugeschrieben wird. Mit einem Worte,man hält sie für die Ueberreste eines römischen Lagers, für einesjener vorgeschobenen Werke des Reichs, durch welche die Barbarenim Zaum gehalten werden sollten, und deren sich die Hunnen hinund wieder klüglicherweise während ihres Vorrückens nach dem Sü-den bedienten. Der Tenfelsstein war als ein natürlicher Fels inder Nähe des gedachte» Lagerplatzes geschildert, auf welchem dieHeiden ihren Götzen Opfer brachten. Natürlich wurden jetzt diebefreiten Gliedmaßen unseres Führers in Anspruch genommen, da-mit sie uns und ihren Besitzer nach einem Orte brächten, wo sichMerkwürdigkeiten fanden, bei denen fich's sogar seiner eigenen An-strengung verlohnte.

Während wir den Limburger Berg Hinabstiegen, kürzte unsChristian Kinzel den Weg, indem er uns die Volkssagen über diegesehenen und die noch zu besuchenden Punkte inittheiltc. SeinerErzählung zufolge hatten die frommen Mönche, als sie den Planzu Erbauung ihres Klosters entwarfen, einen Vertrag mit demTeusel gemacht, kraft dessen sich Vater Beelzebub verpflichtete, dieSteine für ein so umfangreiches Werk zu brechen und sie die steileHöhe hinanzuschaffen. Der Preis, durch welchen der böse Geistfür die Unternehmung einer derartigen Arbeit gebeitzt werden sollte,bestand in dem Versprechen, aus den Steinen ein WirthShauS zu