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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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Großartigkeit der Bauten erkennen zu lassen. Ungleich den meistenRuinen am Rheine war das Gebäude kunstgerecht behandelt undnicht nur massiv, sondern auch aus dem vorerwähnten schön be-hauenen Sandsteine errichtet, der in endlosen Schichten durch dieganze Gegend vorkömmt. Die Kapelle war noch leidlich gut er-halten; außerdem entdeckte ich noch das Refektorium, diesen uner-läßlichen Tröster mönchischer Abgeschiedenheit, mehrere Gebäude,welche augenscheinlich die Schlafgemächer bargen und einige Spu-ren der Kreuzgänge. Auch ist noch ein zum Schwindeln hoherThurm von kirchlicher Form vorhanden, der hinreichend dazu dient,den Ruinen Charakter zu verleihen. Er war geschloffen, damit nichtmüßige Leute thörichterweise durch Ersteigen der gebrechlichen Trep-pen sich in Gefahr setzen möchten; indeß konnte es keinem Zweifelunterliegen, daß er früher den geweihten Glocken als Obdach diente.In der Nähe befindet sich ein schöner Bogen, dessen Gestein übri-gens zum Theil so los ist, daß cS dem unvorsichtigen Wagehalsauf den Kopf zu fallen droht.

Nachdem ich die Trümmer betrachtet hatte, warf ich einenBlick auf das umgebende Thal. Nichts hätte sanfter und lieblicherseyn können, als dieser Anblick, denn die Nothwendigkeit, welche denMenschen veranlaßt, auch eine kärgliche Gabe werth zu halten,hatte die Umwohner bewogen, jeden Fuß breit Land auf's Beste zubebauen. Keine Schweizeralb hätte glätter gemäht seyn können, alsdie Wiesen unter mir, und viele davon waren in einer Weise be-wässert, daß sich zwei oder drei Bächlein über dieselben hinschlän-gelten. Das Wehr einer ländlichen Mühle sperrte das Wasser zueinem Miniatursee ab, und einige eifrige Bewunderer Neptuns hat-ten an seinem Ufer ein Bierhaus errichtet, das auf seinem SchildedenAnker" als Würdezeichen trug. Den schönsten Anblick bot