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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
XI
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Wir schieden daher mit Bedauern von dem Rhein, denn in seinerArt läßt sich kaum ein lieblicherer Strom finden.

Bei Mainz setzten wir ans das rechte Ufer über, reiste» durchdas Großherzogthum Hessen und kamen bei Heidelberg in'S Badische.Hier setzten wir uns auf das große Faß, besichtigten das Schloßund lustwandelten in den Anlagen. Dann ging cS nach Mannheim,von wo aus wir uns abermals der französischen Hauptstadt zu-kehrten. Mannheim, wo wir uns wegen Unpäßlichkeit eines meinerReisebegleiter einige Stunden aufhalten mußten, bietet wenig In-teressantes und diente nur, wie einige andere Städte, die wir kürzlichgesehen, zu Bekräftigung unserer früheren Ansicht, daß die Spm-metrie und die Regelmäßigkeit, welche große Städte großartig macht,die kleinen ärmlich erscheinen läßt.

ES war ein schöner Herbsttag, als wir auf unserem Wegenach Paris das linke Rheinufer wieder erreichten. Die Sehnsuchthatte unserm Patienten den Anschein von Kraft verliehen und wirhofften noch am nämlichen Abend das Gebirge, welches die Süd-westseite der Pfalz begrenzt, zurückzulegen, nm so vor Schlafen-gehenSzeit auf der großen Napoleons straße nach Kaiserslautern zu ge-langen. Unser Hauptzweck war erreicht, und wie es in solchen Fällengewöhnlich zu gehen pflegt, zielte jetzt unser angelegentlichster Wunschnur noch dahin, wieder zu Hause zu seyn. Einige Pvstationcn über-zeugten uns übrigens, daß die Ruhe dem Kranken noch immer nöthigwar. Freilich kam diese Neberzeugung unglücklicherweise, wie ichdamals glaubte, zu spät, denn wir hatten bereits die Ebene derPfalz zurückgelegt und näherten uns der vorerwähnten Gebirgskette,einem Zweige der Vogesen, welcher in der dortigen Gegend derHardt genannt wird. Wir hatten auf einen derartigen Unfall nichtgezählt und waren aus früherer Erfahrung mißtrauisch gegen die