IX
dieser wundervollen Eigenthümlichkeiien biete. Zehn Grade einersüdlicheren Breite^erzeugen reichere Tinten, glänzendere Uebergängevon Licht und Schatten, wie auch einen herrlicheren Wechsel derAtmosphäre, um die Schönheiten unseres westlichen Klimas zuerhöhen. Selbst in Betreff der Inseln liegt der Vortheil auf Seitendes Hudson, da sie weit kühner, besser gelegen und in.ihren cha-rakteristischen Zügen weit bedeutsamer, die des Rheins dagegen nurviel zahlreicher sind.
Wenn wir die Vergleichung dieser beiden gefeierten Strömeauf ihre künstlichen Beigaben ausdehnen wollen, so wird das Er-gebniß noch zweifelhafter. Die Gebäude der ältern Städte und DörferEuropas scheinen, von der Ferne gesehen, vorzugsweise für die Wir-kung auf's Auge gruppirt zu scyn, obschon man in Wahrheit dasMotiv in der Sicherheit wird suchen müssen; dagegen ist es nöthig,die geräumigen, sauberen und fröhlichen Dörfer Amerikas zu be-treten, um sie würdigen zu können. Auf dem alten Continentegeben die Kirchthürme, das Dächerlabyrinth, die unregelmäßigenMauern und hin und wieder das Schloß, welches sich im Hinter-gründe erhebt, einer Stadt das Ansehen irgend einer Ungeheuernalterthümlichen Masse, welche einem bestimmten Einzelnzwecke ge-weiht ist. Dieses Malerische trifft man vielleicht weniger an denOrtschaften des Rheins, als an den Dörfern Frankreichs und Ita-liens, denn die Deutschen schlagen den Raum mehr an, als ihreNachbarn; tndeß erscheinen auch die ersteren viel weniger alltäglich,als die lächelnden und gedeihlichen kleinen Marktstecken, die sich anden Ufern des Hudsons drängen. Zu diesen, Vvrtheil kommen nochdie zahllosen Ruinen und die reiche Summe historischer Rückerinne-rung. Nun hört aber das Uebergewicht, welches dem Rhein durchdie künstlichen Hülfsmittel verliehen wird, auf und das des Neben-