VII
Heuschober, während Adjutanten hin- und hersprengten, als ob dergroße Kampf, der sich drohend vorbereitet, und früher oder spätereintrcten muß, bereits wirklich begonnen hätte. Da ganz Europagegenwärtig ein Kriegslager ist, so sprachen uns derartige Schau-spiele nicht mehr an, um so weniger, da wir'ü auf die Schönheitenabgesehen hatten, welche die Natur in ihrer glücklicheren Stimmungbescheerte-
Wir sahen Ruinen zu Dutzenden, altergraue Festungen, Klö-ster, die zum Theil verlassen, zum Theil noch bewohnt waren,Dörfer und Städte, das Siebengebirg, Felsen und Weinberge, mitjedem Schritte empfindend, wie innig die Beziehung ist zwischender Poesie der Natur und der Poesie der Kunst, zwischen dem Fel-sen mit seinem zerbröckelnden Thurme und dem Gefühle, das ihmInteresse verleiht. Da lag eine Insel, die an sich nicht viel an-gesprochen haben würde, wenn nicht die Mauern eines mittelalter-lichen Klosters darauf ihrem endlichen Verfalle entgegen gegangenwären: dort stand ein kahler Bergkegel, aller Großartigkeit baarund nichts von jenen Tinten zeigend, welche ein milderes Klimaverleiht — aber auf seiner Spitze wankte eine alte Ritterburg.Hier führte Cäsar seine Legionen nach dem Strom und dort setzteNapoleon seine bewaffnete Schaaren auf das feindliche Ufer. Die-ses Denkmal wurde Hoche errichtet, und von jener Terrasse auslenkte der große Adolph seine Bataillone. Was unsere eigenengeschichtliche» Momente betrifft, so hat fle die Zeit noch nicht ge-mildert und in jene unbestimmten Farben der Ferne und der Con-vention gekleidet, welche nöthig find, um jene Sympathie zu wecken,welche nur aus der Uebereinstimmung Aller hcrvorgehen kann.
In einer Stimmung, wie sie nothwendig durch eine Fluthsolcher Erinnerungen hervorgerufen werden mußte, verfolgten wir