einer idyllischen Landschaft: zahllose, einsam stehende Meiereien,waidende Heerden, lebendiges Gehäge, wellenförmiges Terrain undein Grün, das mit dem Smaragde wetteiferte. Glücklicherweiseführte der Weg stundenlang auf der Höhe fort und setzte uns so inden Stand, diese Herrlichkeiten nach Muße zu genießen.
Zu Aachen badeten wir, besuchten die Reliquien, nahmen Au-genschein von dem Saale, wo so viele mehr oder weniger berühmteKaiser gekrönt worden waren, setzten uns in den Stuhl Carls desGroßen und gingen unseres Weges.
Den Rhein kannte ich schon von früher. Ein paar Jahre vorherhatte ich zu Katwyck auf dem Sande gestanden und mitangeschen,wie er vermittelst der Schleusen, die unter der kurzen Regierungdes guten Königs Ludwig geschaffen wurden, periodisch in die Nord-see abfließt, während ich im nämlichen Sommer an der eisigenSeite des Gotthards, wo er als kleiner Bach schäumte, über ihnwegschritt. Wir waren nun gekommen, um an den schönsten Stel-len seine Herrlichkeiten zu betrachten und sie, so weit eS die Bor-liebe für die Heimath geschehen läßt, mit den wohlgegründcten An-sprüchen unseres Hudson zu vergleichen.
Wir verließen Cöln mit seinem großartigen, aber unvollende-ten Münster, an dessen unausgcbauten Thürmen der Krahn schonfünfhundert Jahre in die Luft hinaus reicht — mit seinen Erinne-rungen an Rubens und dessen königliche Beschützerin, und reistenso langsam oder so schnell stromaufwärts, um Alles, was sich unsbot, betrachten und doch das Gefühl der Uebersättigung vermeidenzu können. Wir trafen auf preußische Soldaten, die sich durchspielenden Dienst auf die ernsteren Pflichten ihres Berufs vorberei-teten. LancierS galoppirten in Schwadronen über das freie Feldund Vedetten standen, die gespannte Pistole in der Hand, an jedem