Nach sehr »ft.
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halte ichs aber für den ersten unverzeihlichen Fehlereines Sylbcnbaues, wenn man mit gleichem odermit mehrcrem Rechte den Vers anders lcfcn darf,als es der Baumeister wollte. Das Sylbenmaß,dünkt mich, müsse sich der Sprache selbst einsin-gen und dem Verse gleichsam unveränderlich ein-prägen.
Das zweite Gesetz, das ich mir auflegte, war,daß der künstliche Gesang, (Rhythmus) unddie natürliche Deklamation nach demSinn und Affekt des In halls, (der Ac-cent) sich einander unterstützten, nie aber einanderwidersprachen. So viele Nachtheile nämlich unsreSprache im Gebrauch dieser Sylbenmaße gegen dieSprache der Alten hat, in welcher sie entsprossenwaren, und daher in Manchem, worauf Jene dran-gen , insonderheit in der Verkettung der Worte nachRegionen große Nachsicht verlanget: so dringet sie
doch auf Einen Vorzug vor jenen Sprachen, näm-lich , daß Sinn und Affekt des Inhalts mit derStelle, die das Wort im Metrum einnimmtund dem Ansehen, den es darinn behauptet, niein Streit sey, vielmehr diesen Sinn auch der Stelleund dem Gewicht nach bezeichne, die ihnen dasMetrum anwies. Auch der Leser, der ohne Kcnnt-niß der Prosodie blos dem Inhalt nach mit Ver-stand und Affekt laut liefet, muß durch Hebung undSenkung der Stimme, in Intervallen, Lange undKürze der Sylben, ohne es zu wissen, dasselbe Ge-rnählde ausdrücken, was der Sänger im höherenLaut ausdrückt und der Dichter metrisch bezeichnet.So würde z. V- in unsrer Sprache das Otium