Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
350
Einzelbild herunterladen
 

35c-

Nachschrift.

Stellen seiner Gedichte selbst zeigen: so habe ich vonder eigentlichen Art eines Jeden durch ihnManches gelernet. Ihm galt es nicht gleich, wound wie er ein Snlbenmaß gebrauchte. Insonder-heit zeigen die Variationen seines großen Gedichtsvon Eitelkeit der Welt, seines Agathyr-sus, seiner Olympia und Philo me le, wieEin und dasselbe Thema in diesem und- jenem Syl-benmaßc eine ganz neue Gestalt annimmt; da mandann offenbar stehet, daß das Svlbcnmaß ihm mehrals Kleid war; es war ihm Form der Ge-danken. Bei jedem seiner Gedichte fühlte ich, daßsobald ich aus seinem gewählten Sylbenmaße schritt,ich in einem fremden Takt spielte, daher ich, sovieles meine Sprache zuließ, mich demselben folgsambcquemte.

Einer zwiefachen Regel folgte ich bei dieser Ue-bertragung. Zuerst, daß ich mich hütete, Sylben-maße ins Deutsche zu bringen, die mir der Spracheganz fremd und widrig schienen; ein Kennzeichendavon ist, daß man sic ohne vorgcschriebene Formelnicht erkennet, und wenn man natürlich liefet,den Vers anders als die Formel will, scandiret.Sv wagte ich mich z. B. nicht an das Metrum

Denn die Worte müßten sehr glücklich gewähltund sehr stark bezeichnet seyn; oder man liefet, sichselbst gelassen, den Vers anders. So ists mit an-dern, plötzlich sich wendenden, umkehrenden Sylben-rnaßen, insonderheit mit dem Skazon. Nun