Nachschrift.
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Wo dem Umriß seines Gedichts etwas zu fehlenschien, zog ich mit leiser Hand, wie bei einer altenZeichnung, die Linien zusammen, damit ich ilmmeiner Zeit darstellle. Ucberhaupt war mir andem Geist, der in seinen Gedichten athmet, und amInhalt derselben oft mehr gelegen, als an der Ein-kleidung selbst, ob mich gleich auch diese in ihrer rei-chen und neuen Mannigfaltigkeit sehr reizte. Al-bern wäre cs gewesen, wenn ich nicht jeder dieserEinkleidungen das Licht gegönnet hatte, das sic inunsrer Sprache und zu unsrer Zeit fodert. Sielockte dies Licht von selbst an sich.
Es giebt mancherlei Arten der Ucbersetzun-gen, nachdem der Schriftsteller ist, den mau bear-beitet und dcr Zweck, zu welchem man ihn dar-sicllt. Anders müssen z. B. die klassischen Alten,wiederum anders unter ihnen die Dichter und Pro-saisten behandelt werden; ja auch keine Art dcr-Poesie darf in dieser Behandlung dcr andern völliggleich seyn. Die lyrische Poesie und das Epigrammsind vielleicht die eigensinnigsten unter allen; da sienicht übersetzt seyn wollen, so muß man sie mitder gewissenhaftesten Treue tauschen, als ob sienicht übersetzt würden. Wer hierin keine Versuchegemacht, oder wem die Muse dazu Gefühl, Ohrund Sprache versagt hat, sollte hierüber nicht richten,oder wir reichen ihm die Leier selbst, daß er sich alsMeister zeige.
Der gr>'ßeste Meister des Uebcrsetzcns in unse-rer Sprache, Luther, hielt die sogenannte buch-stäbliche für die ungeschickteste Uebersetzung. Man