Nachschrift.
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Der kleine Marien-Tempel, der am Endeder Sammlung der Schutzgöttin des Dichters errich-tet ist, wird Niemand befremden. Ihr weihete erseine zartesten Empfindungen und besang sie in jederGestalt; so daß man ihm eine schöne Blume seinesDichterkranzcs nehmen würde, wenn man ihm dieseund mehrere unübersetzte Gesänge raubte. Wer dieBesungene nicht für eine Heilige halten will, demsey sie die Muse unsres Dichters, eine christlicheAglaja oder Bcatricc, das Ideal jungfräulicher,mütterlicher Tugenden, oder die himmlischeWeisheit.
Mir bleibt übrig, als Uebersctzer vom Zweckmeiner Arbeit Rechenschaft zu geben, damit Nie-mand bei ihr etwas anders suche, als er findet.Nichts weniger war nämlich meine Absicht, als denganzen Balde, wie er dasteht, zu geben; wer ihnalso will, für den stehet er noch unübcrsetzt da. Mirgeziemte es, weder seiner politischen noch kirchlichenLage, am wenigsten seinem Geschmack in Allemnachzugchen, wovon das Kenotaphium die Ur-sachen angiebt. Will man ihn in dieser Gestaltnicht einen übersetzten Balde nennen, so nenne manihn einen verjüngten Balde und übersetze ihnselbst. Ich folgte dem Geist seiner Muse, nichtfcdem seiner Worte und Bilder. Bei seinen lyrischenStücken behielt ich den eigenthümlichen Ton Jedesderselben im Ohr, den Sinn und Umriß desselbenim Auge. Schönheiten habe ich ihm nicht geliehen,wohl aber Flecken hinweggethan, weil ich seinengroßen Genius zu sehr ehrte, als daß ich mit klcin-fügigem Stolz ihn in diesen zur Schau stellen sollte.
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