aus Jakob Balde's Gedichten. 297
Göttin, fruchtbare Mutter, edle Jungfrau,
Der von Rosen ein Kranz und weißen LiljenIhre Schlafe bekränzt; Jo! der Päan
Singet Triumph dir.
Denn du wuchsest empor, beherzt im UnglückUnd versehend im Glück, Wenn Weste schwiegen,Führt im Sturme der Nordwind froh und sicherDich in den Hasen.
Nutzen mußte dir, wer dir schaden wollte,
Feinde nak roten dich. In UngcwittcrnTrof aus Wolken, die Untergang dir drohten,Honjg und Milch dir.
Wie dort Herkules Berg, bestürmt vom Meere«Unerschütterlich unter schall'ndcn WogenSteht; so unter den Fluthcn, die dich deckten,Stehest und standst du.
Was ich singe, bezeugt der umgewälzteKreis der Zeiten; ein säkularischer PaanSchallt dir, Lorbecrumkränzte, der Altäre
Ziemen und Musen;
Andacht ziemet der Göttin, frommer WeihrauchUnd ein heiliger Schau'r. Aus wilden TbierenSchuf sie Menschen; es folgten ihrer StimmeWütende Tiger.
Blitze sandte sie ungeweihtcn Hainen;
Welcher Winkel im Meere am Erdenrande,Welches Thule war je ihr unzugänglich?
Welche der Alpen?